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Sudan: Frieden nach 17 Jahren Konflikt

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Sudan: Frieden nach 17 Jahren Konflikt
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Im Sudan haben sich die Übergangsregierung und mehrere Rebellengruppen auf ein Friedensabkommen geeinigt. Bis zu 17 Jahre lang hatten in der Region Darfur im Westen des Landes und in den Provinzen Blauer Nil und Südkordofan im Süden gegen die Regierung in Khartum gekämpft. Am Montag unterzeichneten sie ein Abkommen in Juba, der Hauptstadt des Südsudan, wie staatliche Medien berichteten. «Heute ist der Anfang des Weges in Richtung Frieden», sagte Sudans Regierungschef Abdullah Hamduk.

"Heute ist der Anfang des Weges in Richtung Frieden"

Sudans Regierungschef Abdullah Hamduk

Die Konfliktparteien, die unter Vermittlung des Nachbarlandes Südsudan verhandelt hatten, einigten sich unter anderem auf eine Machtteilung, die Rückkehr von Geflüchteten und Landbesitz. Zudem sollen demnach Kämpfer der Rebellengruppen in die nationalen Streitkräfte integriert werden.

In Darfur waren 2003 Kämpfe ausgebrochen zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der repressiv regierenden Regierung Umar al-Baschir. Regierungskräfte und die verbündete arabische Miliz Dschandschawid gingen brutal gegen die Bevölkerung vor,) Schätzungen zufolge wurden 300.000 Menschen getötet. Noch immer sind rund 1,6 Millionen Menschen auf der Flucht, so das UN-Flüchtlingshilfswerk.

300.000 TOTE, 1,6 MILLIONEN AUF DER FLUCHT

Das Abkommen sei ein wichtiger Meilenstein im demokratischen und wirtschaftlichen Wandel Sudans und ebne den Weg in Richtung eines nachhaltigen Friedens, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Er rief die beiden Gruppen, die das Abkommen bisher nicht unterzeichneten, auf, sich dem Frieden anzuschließen.

Die Republik Sudan ist seit dem 1. Januar 1956 unabhängig vom Vereinigten Königreich (Anglo-Ägyptischer Sudan). Am 30. Juni 1989 kam Umar al-Baschir durch einen Militärputsch an die Macht. Am 11. April 2019 wurde al-Baschir nach 30-jähriger Amtszeit nach einem weiteren Militärputsch verhaftet und abgesetzt und der Ausnahmezustand verhängt. Militärführung und zivile Opposition einigten sich nach langem Ringen auf eine Übergangsregierung.

Seit einem Referendum (9. Juli 2011) ist der Südsudan vom Sudan unabhängig. Seither waren die beiden Staaten erbitterte Feinde. Grund des Streits ist Erdöl - im Südsudan. Der Südsudan liegt aber nicht am Meer, deshalb muss es zum Export erst durch den Sudan transportiert werden, Bis zur Unabhängigkeit des Südsudan war der Sudan der größte afrikanische Flächenstaat.

su mit dpa