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Belarus: Europa in Sorge um verschwundene Maria Kolesnikowa

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Maria Kolesnikowa
Maria Kolesnikowa   -   Copyright  Dmitri Lovetsky/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Von Maria Kolesnikowa, eine der wichtigsten Anführerinnen der belarussischen Demokratiebewegung, fehlt weiterhin jede Spur.

Der Koordinierungsrat der Demokratiebewegung geht davon aus, dass die 38-Jährige entführt wurde. Außerdem seien ihr Mitarbeiter Iwan Krawzow und ihr Sprecher Anton Rodnenkow nicht mehr erreichbar. Kolesnikowas Familienangehörigen haben eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben.

Das Internetportal tut.by berichtete nach Darstellung einer Augenzeugin, dass Unbekannte am Montagmorgen Kolesnikowa in einen Minibus gesteckt und entführt haben sollen.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas schrieb auf Twitter, man sei in großer Sorge um Maria Kolesnikowa. Auf die dialogbereite Opposition rolle eine Repressionswelle nach der anderen zu. Die EU arbeite an einem Sanktionspaket.

Der britische Außenminister Dominic Raab schrieb bei Twitter, die sichere Rückkehr von Maria Kolesnikowa müsse für das Lukaschenko-Regime jetzt oberste Priorität haben.

Auch EU-Außenbeauftragter Josep Borrell verurteilte die willkürlichen Festnahmen seit der Wahl in Belarus scharf. Er verlangt, die sofortige Freilassung von festgenommenen Oppositionellen.

Festnahmen und Polizeigewalt nehmen wieder zu

Nach neuen Massenprotesten gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko am Wochenende hatten die Festnahmen und Polizeigewalt in Belarus wieder zugenommen.

Die Behörden hätten begonnen, Terrormethoden offen anzuwenden, statt einen Dialog mit der Gesellschaft aufzunehmen, teilte der Koordinierungsrat auf Telegram mit.

Maria Kolesnikowa ist eine der wichtigsten Oppositionellen, die sich gegen den umstrittenen Staatschef Alexander Lukaschenko stellen. Einige KollegInnen des Gremiums waren zuvor schon festgenommen, ausgereist oder zur Ausreise gezwungen worden, unter anderem die Präsidentenkandidatin Swetlana Tichanowaskaja. Sie war nach der Wahl ins EU-Land Litauen geflüchtet.

Litauens Außenminister Linas Linkevicius schrieb bei Twitter "Anstatt mit dem Volk von Belarus zu sprechen, versucht die scheidende Führung, einen nach dem anderen zynisch zu eliminieren". Dies erinnere an stalinistische Methoden.

Die belarussischen Behörden weisen jegliche Beteiligung am Verschwinden von Maria Kolesnikowa von sich.