Eilmeldung
This content is not available in your region

Video-Appell an UN: Tichanowskaja fordert Belarus-Überwachungsmission

euronews_icons_loading
Swetlana Tichanowskaja wurde dem UN-Sicherheitsrat am Freitag per Video zugeschaltet
Swetlana Tichanowskaja wurde dem UN-Sicherheitsrat am Freitag per Video zugeschaltet   -   Copyright  from Euronews video
Schriftgrösse Aa Aa

In der belarussischen Hauptstadt Minsk sind an diesem Freitag erneut hunderte, wenn nicht tausende Anhänger der Oppositionsbewegung auf die Straße gegangen.

Viele von ihnen bildeten sogenannte Solidaritätsketten, um ihren Forderungen nach Neuwahlen, einem Ende der Polizeigewalt und einer Freilassung politischer Gefangener Nachdruck zu verleihen.

Die führende Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja ging in ihrem Exil in Litauen in die Offensive. Online forderte sie vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, eine internationale Überwachungsmission in ihre Heimat zu entsenden, um unter anderem Polizeigewalt zu dokumentieren.

In der Videokonferenz sagte sie ferner: "Es gibt nur ein Hindernis, das der Erfüllung unserer Forderungen entgegensteht. Dieses Hindernis ist Herr Lukaschenko. Ein Mann, der sich verzweifelt an die Macht klammert und sich weigert, auf sein Volk und seine eigenen Beamten zu hören. Das Regime von Herrn Lukaschenko ist moralisch bankrott, rechtlich fragwürdig und in den Augen unserer Nation einfach unhaltbar."

Russische Rückendeckung

Langzeitpräsident Alexander Lukaschenko kann weiterhin auf die Rückendeckung Russlands bauen. Das unterstrich der russische Regierungschef Michail Mischustin durch einen Besuch in Minsk. Der Kreml erkannte das offizielle Ergebnis der umstrittenen Präsidentenwahl vom 6. August offiziell an.

Der autokratisch regierende Lukaschenko hatte sich nach dem Urnengang mit 80,1 Prozent der Stimmen von der staatlichen Wahlkommission im Amt bestätigen lassen.

In Minsk kamen sechs belarussische Journalisten wieder auf freien Fuß, nach dem sie wegen ihrer Berichterstattungen über Studentenproteste inhaftiert worden waren. Ein Gericht befand sie an diesem Freitag für schuldig, an einer illegalen Kundgebung teilgenommen zu haben. Das Urteil lautete auf je drei Tage Haft, die bereits abgesessen waren.