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Nawalny-Vergiftung: Frankreichs Präsident Macron spricht von "Mordversuch"

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Nawalny spricht mit Medienvertretern, Moskau, 31.07.2012
Nawalny spricht mit Medienvertretern, Moskau, 31.07.2012   -   Copyright  Misha Japaridze/AP
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Nachdem auch französische und schwedische Labore die Vergiftung im Fall Nawalny bestätigt haben, hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rasche Aufklärung der Umstände und der Verantwortlichkeiten gefordert. In einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin habe Macron von einem "Mordversuch" gesprochen.

Macron erklärt Solidarität mit Deutschland

Putin machte seinen Standpunkt ebenfalls klar: Die Vorwürfe gegen Russland seien unangemessen und basierten auf nichts.

Macron erklärte sich weiterhin mit Deutschland solidarisch. Russland müsse Klarheit schaffen, in einer glaubwürdigen und transparenten Untersuchung.

Russland unterstrich sein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Europa, forderte aber auch den Zugang zu Informationen und Proben. Deutschland müsse mit russischen Ärzten zusammenarbeiten.

Andere Labore in Europa bestätigen Nowitschok-Vergiftung

Am Morgen hatte die Bundesregierung bekannt gegeben, dass weitere Labore die Vergiftung von Alexej Nawalny bestätigt hatten. Sowohl Schweden als auch Frankreich stellten als Ursache einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache fest. Das teilte die Bundesregierung am Montag in Berlin mit.

Auch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) ist darüber informiert worden.

Nawalnys Gesundheitszustand verbessert sich

Kremlkritiker Nawalny war auf einem Flug von Tomsk nach Moskau vor fast einem Monat ohnmächtig geworden und in ein Krankenhaus in Sibirien eingeliefert worden. Am 22. August wurde er auf Drängen seiner Familie nach Deutschland in die Berliner Universitätsklinik Charité ausgeflogen. Dort wird er seitdem behandelt. Sein Gesundheitszustand hatte sich zuletzt verbessert. Er muss nicht mehr beatmet werden und kann sein Krankenbett zumindest zeitweise verlassen.

Ursache des Angriffs: Nowitschok

Laboranalysen aus einem Spezial-Labor der Bundeswehr hatten ergeben, dass er mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Unterstützer Nawalnys vermuten Moskau hinter der Tat.

Nach dem Bekanntwerden der Vergiftung Nawalnys droht Deutschland Russland mit Sanktionen. So wurde über einen möglichen Baustopp für die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 ins Gespräch gebracht.

Russland hat bislang alle Schuld in dem Fall von sich gewiesen.