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Spanien: Gesetz gegen Kult um „Generalissimus“ Franco

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Franco-Anhänger im Oktober 2019
Franco-Anhänger im Oktober 2019   -   Copyright  CURTO DE LA TORRE/AFP or licensors
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Mit einem neuen Gesetz will die sozialistische spanische Regierung dem Kult um den 1975 verstorbenen faschistischen Diktator Francisco Franco einen Riegel vorschieben. Das „Tal der Gefallenen“, dessen Bau von Franco angeordnet worden war und das Franco-Anhängern als Erinnerungsstätte dient, soll in ein Mahnmal für die Opfer des Bürgerkrieges zwischen 1936 und 1939 umgewandelt werden.

Anerkennung, Wiedergutmachung, Würde und Gerechtigkeit für die Opfer
Carmen Calvo
stellvertretende spanische Ministerpräsidentin

„Anerkennung, Wiedergutmachung, Würde und Gerechtigkeit für die Opfer, für unsere Landsleute, die in schwierigen Zeiten gegen den Faschismus gekämpft haben, in vielen Fällen auf sehr unterschiedliche Weise ihr Leben verloren haben. Sei es im Exil, in Gefängnissen, durch Unterdrückung, auf eine schändliche Art und Weise, die die Demokratie nicht vergessen kann“, sagt Carmen Calvo, stellvertretende Ministerpräsidentin Spaniens.

Francos sterbliche Überreste wurden im Oktober 2019 vom „Tal der Gefallenen“ auf einen Madrider Friedhof umgebettet. Der Diktator herrschte bis zu seinem Tod im Jahr 1975. Die Wissenschaft geht davon aus, dass nach dem Ende des Bürgerkrieges 1939 beim Vorgehen gegen Francos politische Gegner und bei Racheakten mehr als 140 000 Menschen getötet wurden. Das neue Gesetz soll unter anderem die Aberkennung von Adelstiteln ermöglichen, die von „Generalissimus" Franco verliehen wurden.