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Schiffswrack beweist: Maya-Sklaven wurden nach Kuba verschleppt

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Teile des Wracks
Teile des Wracks   -   Copyright  ASSOCIATED PRESS/ HELENA BARBA MEINECKE/ INAH (Videostandbild)
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Mexikanische Forscher haben das Rätsel um ein Schiffswrack vor der Küste Yucatáns entschlüsselt.

Auf die Überreste des Schiffes im Golf von Mexiko war man bereits 2017 gestoßen, konnte das Wrack aber nicht zuordnen. Jetzt steht fest: Es hieß La Unión und wurde eingesetzt, um versklavte Mitglieder der Volksgruppe der Maya nach Kuba zu bringen. 1861 sank das Schiff.

„Beweis für den Sklavenhandel als solchen"

Historikerin Helena Barba Meinecke erläutert: „Die Entdeckung dieses Wracks ist ein Beweis für den Sklavenhandel als solchen, denn das Geschehen spielte sich Monate, nachdem Präsident Benito Juárez den Erlass zur Abschaffung der Sklaverei in Mexiko erlassen hat, ab."

Nach Ansicht der Forscher wurden trotz Präsidentenerlass weiterhin Sklaven von Mexiko nach Kuba gebracht, um dort im Zuckerrohranbau zu arbeiten. Das Schiff La Unión nahm bis 1861 monatlich bis zu 30 Mayas an Bord und verschleppte sie auf die Karibikinsel.

Feuer an Bord

„Eine der Personen, die im Hafen lebte und sah, wie die Maya-Indianer als Sklaven an Bord gebracht wurden, erzählte seinem Sohn davon, der dieses Wissen wiederum an seinen Enkel weitergab. (...) Wir müssen nach den Nachkommen suchen und ihnen mitteilen, dass sie die Nachkommen dieser Menschen sind“, so Barba Meinecke.

Die Forscher nehmen an, dass an Bord des Dampfschiffes ein Feuer ausbrach, das dazu führte, dass es unterging. Der Schiffsbauch liegt in sieben Metern Tiefe und ist gut erhalten.