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Risikogebiet Berlin: 5 Bezirke über kritischem Wert

Berlin Alexanderplatz
Berlin Alexanderplatz   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Es kommen wieder TouristInnen nach Berlin, bei noch recht sommerlichen Temperaturen sind viele in den vergangenen Wochen durch die Stadt flaniert und haben die Terrassen der Cafés und Restaurants bevölkert. "Das wundert mich nicht, dass Mitte Risikogebiet ist. Dort laufen sie dicht gedrängt und in Gruppen rum", meint eine Hauptstadtbewohnerin.

An diesem Sonntag liegt die Inzidenz der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage in fünf der zwölf Berliner Bezirke nach Angaben des Robert Koch-Instituts über 40 pro 100.000 Einwohnern. Nur in den Landkreisen Hamm (99,4) und Remscheid (58,6) gab es mehr Neuansteckungen als in Berlin-Mitte,

In Berlin Mitte liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 57,3, in Neukölln bei 56,7, in Friedrichshain-Kreuzberg bei 52,1, in Tempelhof-Schöneberg bei 49,2 und in Charlottenburg-Wilmersdorf bei 40,6.

Videos aus Berlin vom Samstag sorgen für Unmut

Dass die Party in Berlin trotz hoher Coronavirus-Infektionszahlen weitergeht, zeigt ein in den sozialen Medien vielfach geteiltes Video eines WELT-Journalisten, das junge Leute dichtgedrängt in Berlin Mitte zeigt.

Auch das Video von tanzenden Ravern in einem Park - aufgenommen vom dpa-Redaktionsleiter Wirtschaft - macht die Runde.

Schleswig-Holstein verhängt Quarantäne für Einreisende aus drei Berliner Bezirken

Schleswig-Holstein stuft jetzt auch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wegen der hohen Corona-Infektionszahlen als Risikogebiet im Inland ein. Zuvor galt dies schon für die Bezirke Berlin-Mitte und Berlin-Neukölln. UrlauberInnen, die in diesen Bezirken leben, oder schleswig-holsteinische RückkehrerInnen, die sich mehr als 48 Stunden dort aufgehalten haben, müssen sich in Schleswig-Holstein 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen. Diese Regelung gilt auch für die Landkreise Hamm und Remscheid.

Ab einer Inzidenz von 50 pro 100.000 Einwohnern sieht Deutschland eine Gegend als Risikogebiet an. In vielen europäischen Nachbarländern sind diese Raten in Großstädten zur Zeit allerdings noch viel höher. In Madrid liegt die Inzidenz bei etwa 750, in Paris um die 250.

Für ganz Deutschland wurden an diesem Sonntag 2279 neue Fälle gemeldet - allerdings liegen die Zahlen am Wochenende fast immer niedriger, weil nicht alle Gesundheitsämter Berichte an das RKI übermitteln.

Bei den jungen Leuten zwischen 20 und 29 Jahren lag die Inzidenz berlinweit schon am Samstag bei 66. Wie Der Tagesspiegel berichtet gab es zuletzt aber auch wieder mehr Fälle unter den über 80-Jährigen.

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Viele BerlInerInnen lassen sich auf das Coronavirus testenMarkus Schreiber/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Droht Kneipen, Klubs und Restaurants eine Pleitewelle?

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) verlangt, den Alkoholverkauf am späten Abend zu verbieten, zudem möchte sie die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Doch im Hotel- und Gaststättengewerbe bangen laut einer Umfrage des Dachverbandes Dehoga 60 Prozent der Betreiber um das Überleben ihrer Kneipen, Klubs, Restaurants oder Hotels. Besonders bei kühleren Temperaturen in Herbst und Winter machen sich viele Sorgen, dass dann noch weniger Gäste kommen, wenn es auf den Terrassen ungemütlich wird.

Eine Pleitewelle fürchten auch die grüne Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und der linke Kultursenator Klaus Lederer, die sich vielen Forderungen der Gesundheitssenatorin entgegengestellt haben.

In der Berliner Morgenpost schreibt Christine Richter "Berlin ist in der Innenstadt schon zum Risikogebiet worden. Zuschauen, wie sich die Lage noch mehr verschlimmert, verbietet sich. Auch für diesen Berliner Senat."