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Dauerhitze und Dürre lassen deutsche Wälder sterben

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Dauerhitze und Dürre lassen deutsche Wälder sterben
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In Deutschland sterben Tausende Bäume ab: Sie wurden von Insekten attackiert, die aus wärmeren Gefilden kommen. Wahrscheinlich werden andere Bäume ihren Platz einnehmen und das Aussehen des Waldes verändern. Euronews-Reporter Jona Källgren hat den Harz besucht: Dort bestimmen tote Fichten die Landschaft.

**Alles ist miteinander verknüpft

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Im Harz im Zentrum Deutschlands stehen abgestorbene Fichten wie weiße Gespenster auf den Bergkuppen. Sie sind Opfer des Borkenkäfers geworden: Ein kleines Insekt, das in ganz Deutschland große Zerstörungen anrichtet. Die Käferinvasion ist eine Folge von wärmerem Wetter und weniger Regen.

"Alles ist miteinander verknüpft", erklärt Tanja Sanders, Leiterin der Abteilung Waldökologie und Biodiversität am Thünen-Institut. "Bei einer Dürre gibt es weniger Saftfluss und weniger Harz. Und deshalb kann der Borkenkäfer den Baum befallen. Bei gesunden Bäumen, die viel Harz haben, dringt der Borkenkäfer zwar ein, aber er verklebt buchstäblich mit dem Harz, sodass er nicht fressen kann."

Ohne von Harz aufgehalten zu werden, hat sich der Borkenkäfer durch rund 245.000 Hektar Wald in Deutschland gefressen. Und da auch 2020 bisher warm und trocken war, ist ein Ende der Plage nicht in Sicht. Friedhart Knolle, Sprecher des Nationalparks Harz, sagt:

"Wir sind diese Dürrejahre in dieser Form in Mitteleuropa nicht gewöhnt. Wir Menschen können uns anpassen, wir haben Klimaanlagen. Die Bäume haben keine Klimaanlage. Die Bäume werden, wo sie nicht mehr hinpassen, absterben."

Aufforstung zum Mischwald

Am Fuße des Harzgebirges helfen Freiwillige bei der Aufforstung in einem vom Borkenkäfer zerstörten Gebiet . Statt großer Monokulturen mit Fichten, pflanzen sie verschiedene Baumarten. So sollen die deutschen Wälder für künftige Generationen bewahrt werden.

"Der Wald braucht uns nicht. Der würde von alleine wieder entstehen", so der Förster Raik Scheffler. "Aber wir brauchen den Wald. Wir brauchen Bauholz. Es ist der umweltfreundlichste Bau- und Rohstoff, den man sich vorstellen kann, wächst immer wieder nach. Und damit nicht nur Birke und Weide wächst, sondern auch Nutzholz, pflanzen wir heute zum Beispiel Weißtanne und Traubeneiche."

Die deutsche Regierung hat 800 Millionen Euro in die Regenerierung des Waldes investiert, um tote Bäume wegzuräumen und neue zu pflanzen. Neue Bäume werden wachsen, aber der Wald wird sich verändern.

Der Klimawandel verändert bereits jetzt das Gesicht Deutschlands. Und niemand weiß, wie Wälder in Zukunft aussehen werden.