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Wie konnte der Angreifer von Wien durch das Raster der Justiz fallen?

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Trauer in Wien nach dem Anschlag in der Innenstadt
Trauer in Wien nach dem Anschlag in der Innenstadt   -   Copyright  Matthias Schrader/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Nach dem Anschlag in Wien gilt in Österreich eine dreitägige Staatstrauer. Damit erinnert das Land an die Opfer des Blutbads von Montagnacht, als ein islamistischer Angreifer vier Menschen tötete, bevor ihn die Polizei erschoss. Dutzende Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Der 20-Jährige war den Behörden durchaus bekannt. 2019 wurde er beim Versuch, sich dem Islamischen Staat in Syrien anzuschließen, verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Der österreichische Innenminister Karl Nehammer:

Aber die Tatsache ist, dass der Terrorist es geschafft hat, das Deradikalisierungsprogramm der Justiz zu täuschen, die Menschen dort zu täuschen, und eine vorzeitige Entlassung damit erwirken konnte, und darüber hinaus es damit auch keine Warnhinweise gegeben hat über seine Radikalisierung.

Den Behörden zufolge handelte der Täter allein, allerdings wurden 14 Menschen bei grenzübergreifenden Einsätzen teils vorläufig festgenommen. Unter ihnen zwei Schweizer, die in Winterthur bei Zürich verhaftet wurden. Sie sollen Verbindungen zum Angreifer haben.

Die jüngsten Anschläge in Österreich und Frankreich veranlassten Großbritannien dazu, die Terrorwarnstufe anzuheben.

Dem Terroranalyse-Zentrum zufolge ist die Bedrohung landesweit nicht mehr nur substantiell, sondern ernst. Die Menschen in Großbritannien sollten sich dessen bewusst, aber nicht alarmiert sein. Es handelt sich um eine vorbeugende Maßnahme.
Priti Patel
Britische Innenministerin

Vollkommen unvorbereitet hat der jüngste Terroranschlag Österreich getroffen. Es wird vermutlich dauern, bis das Land zur Normalität zurückkehrt.