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Impfung ohne Nadel? Immer mehr Corona-Impfstoffe im Test

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Von Cornelia Trefflich  mit AP
Krankenschwester bereitet eine Impfung vor
Krankenschwester bereitet eine Impfung vor   -   Copyright  Alexander F. Yuan/AP2010

Die Schweizer Firma Lonza wird zum Herstellungspartner der US-Biopharmafirma Altimmune für einen neuen Corona-Impfstoff. Unterdessen hat Brasiliens Gesundheitsbehörde Tests mit einem chinesischen Corona-Impfstoffkandidaten wegen eines "schwerwiegenden" Ereignisses abgebrochen. Erst am Montag hatten die Unternehmen Pfizer und BioNTech erklärt, die Zulassung für eine Corona-Schutzimpfung beantragen zu wollen.

Schweizer "Adcovid": Schutz vor Corona durch Nasenspray

Der Impfstoffkandidat Adcovid der Baseler Firma Lonza soll nach dem Abschluss der klinischen Studien im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das besondere: Adcovid wird in Form eines Nasensprays verabreicht, und das nur einmal. Es soll den Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung bis zu einem Jahr sicherstellen.

Noch in diesem Jahr wird die klinische Studie der Phase 1 starten, bislang hat es nur präklinische Studien gegeben. Die Vorteile der Impfung ohne Nadel liegen auf der Hand: die Verabreichung ist vergleichsweise einfach und muss nur einmal erfolgen, Adcovid kann ohne Sicherstellung einer Kühlkette transportiert werden und bietet eine breite Immunreaktion. So aktiviere der Impfstoff die systemische Immunität durch die Neutralisierung von Antikörpern und T-Zellen-Reaktionen ebenso wie die lokale Immunität, hieß es.

Das US-Forschungsnternehmen Altimmune entwickelt intranasale Impfstoffe, immunmodulierende Therapien und Behandlungen gegen Lebererkrankungen. Es arbeitet aber auch an der Herstellung von Impfstoffen gegen das Influenza-Virus. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Brasilianische Gesundheitsbehörde bricht Tests mit chinesischem Corona-Vakzin ab

Die brasilianischen Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa hat unterdessen die Tests mit dem chinesischen Impfstoff CoronaVac abgebrochen, mit dem Verweise auf ein "unerwünschtes, schwerwiegendes" Ereignis. Die an der Herstellung beteiligten Unternehmen reagierten überrascht auf die Ankündigung auf der Webseite von Anvisa.

Hinter dem Corona-Impfstoff steckt der chinesische Konzern Sinovac, CoronaVac selbst wird allerdings größtenteils vom staatlichen Butantan-Institut in Sao Paulo hergestellt.

Sinovac erklärte nach dem Vorfall, dass man mit den brasilianischen Behörden in Kontakt stehe. "Sinovac wird diesbezüglich weiter mit Brasilien sprechen. Die klinische Studie in Brasilien folgt den international üblichen Standards (GCP) für klinischen Studien. Wir sind von der Sicherheit des Impfstoffs überzeugt", hieß es. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben.

Die CoronaVac-Impfung hat in dem südamerikanischen Land Kontroversen ausgelöst, nachdem Präsident Jair Bolsonaro Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs geäußert hatte. Zudem hatte er weiter Verwirrung gestiftet, als er im vergangenen Monat erklärt hatte, dass die Brasilianer keine Versuchskaninchen für den Impfstoff seien, und dass, nachdem Brasiliens Gesundheitsminister Eduardo Pazuello seine Einwilligung zum Kauf der CoronaVac-Dosen gegeben hatte.

Die Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa erklärte, dass das Ereignis, das zur Aussetzung der Tests führte, am 29. Oktober eingetreten sei. "Mit der Unterbrechung der Studie kann kein weiterer Freiwilliger geimpft werden", hieß es in der Erklärung. Was genau passiert ist, ist unklar.

Dimas Covas, der das Butantan-Institut leitet, erklärte bei "TV Cultura", dass ein Studien-Teilnehmer verstorben sei, dass sein Tod aber nicht auf die Impfung zurückzuführen sei. "Wir fanden diese Anvisa-Entscheidung seltsam, weil sie nichts mit dem Impfstoff zu tun hat. Zurzeit gibt es mehr als 10.000 freiwillige Studien-Teilnehmer", wurde er von Nachrichtenagentur AP zitiert.

Vorübergehende Unterbrechungen von Medikamenten- und Impfstofftests sind relativ häufig. CoronaVac wird in sieben brasilianischen Bundesstaaten sowie in Region um die Hauptstadt Brasilia getestet.

Pfizer und BioNtech wollen ersten Corona-Impfstoff zulassen

Erst am gestrigen Montag hatten der Pharmakonzern Pfizer und das deutsche Unternehmen BioNTech angekündigt, dass es bald die Zulassung für einen möglichen Corona-Impfstoff beantragen werde. Die Firmen hatten in der Phase-III der klinischen Studie erfolgversprechende Ergebnisse erzielt, die für ein Zulassung des Impfstoffs nötig sind.

Mehr als 43.500 Menschen haben mindestens eine Dosis des Impfstoffs BNT162b2 verabreicht bekommen. Die Hersteller gehen von einem 90-prozentigem Impfschutz eine Woche nach der zweiten Injektion aus.