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Aus 1.300 km Höhe: Sentinel-6 wacht über die Meere

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Sentinel-6
Sentinel-6   -   Copyright  ESA/ATG Medialab
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Ein neuer europäischer Beobachtungssatellit wird an diesem Wochenende mit einer Space-X-Rakete in den Orbit starten: Sentinel-6

Von dort aus soll er einen genauen Blick auf die Ozeane werfen und messen, ob die Meeresspiegel steigen, wenn aufgrund des Klimawandels die Eisschilde schmelzen.

"Es ist wahrscheinlich nur schwer vorstellbar, aber aus einer Höhe von 1.300 Kilometern kann man - natürlich mit entsprechenden Algorithmen und Berechnungen - eine Änderung des Meeresspiegels millimetergenau messen", sagt Josef Aschbacher, ESA-Direktor für Erdbeobachtung. "Und genau das macht unser Satellit."

Mit der Form einer überdimensionalen Puppenstube

Die ESA hofft, dass der Start von Sentinel-6 besser verläuft als der einer Vega-Rakete am vergangenen Dienstagmorgen. Die Rakete mit zwei Beobachtungssatelliten an Bord kam kurz nach dem Start vom Kurs ab und stürzte ab - samt Ladung.

"Sentinel 6" ist Teil des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus und kann noch viel mehr als seine Vorgänger, dank eines neuen Radars an Bord, alle zehn Tage wird er 95 % der eisfreien Ozeane kartieren und wesentliche Informationen für laufende ozeanografische und Klimastudien liefern.

Die Verwirklichung des Hightech-Geräts mit der Form einer überdimensionalen Puppenstube ist eine Gemeinschaftsleistung: Die Mission ist eine Kooperation der Esa, der US-Raumfahrtbehörde Nasa, von Eumetsat und der US-Wetter- und Ozeanografie­Behörde NOAA. Der Satellit ist der erste von zwei identischen Satelliten, die ins All geschossen werden. Benannt ist er nach dem kürzlich verstorbenen ehemaligen Direktor der Nasa-Erdbeobachtungsabteilung, Michael Freilich.

Die Europäische Weltraumbehöre ESA plant den Bau sechs weiterer Sentinel-Satelliten, um verschiedene neue Parameter vom Weltraum aus zu untersuchen, von der Trockenheit der Böden bis zur Urbanisierung.

Copernikus 2.0

"Mit diesen sechs neuen Missionen betreten wir die nächste Phase Copernikus 2.0", meint Josef Aschbacher. "Es sind verschiedene Arten von Missionen mit sehr unterschiedlichen Sensoren, Luftverschmutzungsmessgeräten, Instrumenten zur Messung von CO2 mit bisher nie erreichter Präzision. Wir messen die Parameter der Polarkappen, des Klimas, der Ernährungssicherheit, der Ressourcen in Europa, aber auch weltweit."

Der erste der 6 neuen Satelliten soll im Jahr 2025 starten. Er wird mit hoher Präzision Kohlenstoffdioxid messen und den Unterschied zwischen natürlichen und vom Menschen verursachten Emissionen ermitteln.