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EU sichert sich auch Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen   -   Copyright  Olivier Matthys/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Insgesamt 160 Millionen Impf-Dosen

Die Europäische Union hat sich einen weiteren Corona-Impfstoff gesichert. So sollen insgesamt 160 Millionen Dosen des US-Herstellers Moderna gekauft werden. Die Kommission hat jetzt einen entsprechenden Rahmenvertrag ausgehandelt. Der bestellte Moderna-Impfstoff hat nach Angaben des Herstellers eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.

Das Vakzin soll nach der Zulassung in allen EU-Staaten und entsprechend der jeweiligen Bevölkerungsstärke verteilt werden. Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte: "Die Einschränkungen verlangsamen die Ausbreitung des Virus zwar, allerdings wissen wir alle, dass in dieser sehr schwierigen Situation nur ein sicherer und effektiver Impfstoff eine dauerhafte und nachhaltige Lösung für diese Pandemie bieten wird." Mit den von der Kommission geschlossenen Verträgen hätten die Europäer künftig Zugang zu den aussichtsreichsten Kandidaten.

Vielversprechende Tests

Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller drei Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen gegeben werden. Neben Moderna sind das Biontech/Pfizer und Astrazeneca.

Nur ein sicherer und effektiver Impfstoff wird eine dauerhafte und nachhaltige Lösung für diese Pandemie bieten.
Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin

Alle drei hatten in den vergangenen Tagen vielversprechende Testdaten bekannt gegeben. Demnach sind alle drei Vakzine wirksam und verträglich. Zugelassen ist bisher noch keiner der Stoffe. Die EU setzt auf eine möglichst breite Palette an Vakzinen, gleichzeitig plädiert die Union dafür, dass alle Menschen weltweit Zugang zu einer Impfung erhalten.

"Es muss eine erschwingliche und gerechte Verteilung der Impfstoffe geben. Aus diesem Grund haben wir seit Mai 16 Milliarden Euro für Tests, Diagnostik und Impfstoffe gegen Corona weltweit aufgebracht und zugesagt. Und als "Team Europa" haben wir fast 800 Millionen Euro für die COVAX beigesteuert. "

COVAX ist eine unter anderem von der WHO und der EU getragene Organisation, die den Zugang zu Covid-Impfstoffen weltweit sicherstellen soll, sobald diese fertig sind. Die ersten Zulassungslizenzen für Impfstoffe in Europa könnte es laut der Kommission im Dezember geben. Zuvor muss die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht geben.

Auch Vakzin aus Deutschland im Rennen

Neben den 160 Millionen Dosen von Moderna hat sich die EU-Kommission bis zu 300 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und weitere 300 Millionen Dosen von Astrazeneca gesichert. Daneben gibt es weitere Verträge mit Herstellern, die noch nicht ganz so weit in der Entwicklung sind: bis zu 405 Millionen Dosen vom deutschen Hersteller Curevac, bis zu 300 Millionen Dosen von Sanofi-GSK und bis zu 200 Millionen Dosen von Johnson&Johnson. Ein weiterer Vertrag ist laut von der Leyen in Vorbereitung.

Die EU-Kommission schließt im Namen der 27 Mitgliedsstaaten Rahmenverträge mit den Herstellern ab. Diese Verträge beinhalten einerseits Vorauszahlungen, damit die Pharmafirmen die Produktion rasch aufbauen können, und andererseits Vorkaufsrechte für die EU-Staaten.