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Corona tiefgekühlt in China: US-Schweinekopf infiziert deutsche Haxe

Tiefkühlprodukte in China
Tiefkühlprodukte in China   -   Copyright  Andy Wong/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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In China informieren die Staatsmedien weiter über Tiefkühlkost aus dem Ausland, über die Coronaviren ins Land eingeschleppt würden. Die Schweinshaxe aus Bremen war aber offenbar doch nicht mit SARS-CoV-2 importiert worden. Zuvor hatten die chinesischen Behörden gemeldet, dass sich ein Lagerarbeiter iin Tianjan über eine gefrorene Schweinshaxe aus Deutschland mit dem Coronavirus infiziert habe.

Jetzt schreibt die ofizielle "Global Times" über den "Sherlock Holmes", der bzw. die die Ansteckunge nachverfolgt hat. "Zhang Ying, die stellvertretende Direktorin der Tianjin-Seuchenkontrolle, beschrieb die epidemiologische Untersuchung und sagte, die jüngsten Infektionen seien durch Schweineköpfe aus Nordamerika verursacht worden, die Schweinshaxen aus Deutschland kontaminiert hätten."

Tianjin ist die nordchinesische Stadt mit einem der größten Häfen des Landes, der auch die Hauptstadt Peking versorgt. Doch nicht nur dort wurden laut staatlichen Medien verseuchte Tiefkühlprodukte aus dem Ausland gefunden. Es ist die Rede von mit Coronaviren infiziertem Rindfleisch aus Argentinien oder Fisch aus Indien.

Weiterhin unklar ist offenbar, ob die SARS-CoV-2 auch auf Verpackungen von Tiefkühlkost überleben kann. In Lagern und Supermärkten sollte verstärkt desinfiziert werden.

Die taiwanesische Zeitung "United Daily News" schrieb, die chinesische Seuchenkontrollbehörde habe mitgeteilt, dass Viren unter kalten Bedingungen und sogar im Gefrierzustand überleben könnten. So sollen Coronaviren auf Fleisch aus Brasilien, das Mitte August in China eingetroffen und seitdem tiefgekühlt gelagert worden, Monate später in Wuhan gefunden worden sein.

Die Regierung von Schanghai wollte laut Financial Times damit beginnen, Waren in Supermärkten und Lagerhäusern zu testen, um die Sicherheit von Tiefkühlwaren zu gewährleisten. In der Mitteilung wurden Rindfleisch aus Argentinien, Shrimps aus Ecuador und Fisch aus Indonesien als Prioritäten genannt.

China ist weltweit der wichtigste Importeur von Schweinefleisch und anderen tiefgekühlten Lebensmitteln. Jetzt drohen die Behörden den Firmen, deren Waren mit Coronaviren belastet sind, mit wochenlangen Liefersperren.

Experten gehen davon aus, dass das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus über tiefgekühlte Lebensmittel sehr gering ist. In den allermeisten Fällen erfolgt die Infektion von einer Person zur anderen über die (Atem-)Luft. Siddharth Sridhar, ein Mikrobiologe der Universität in Hong Kong, sagte in der Financial Times, ganz auszuschließen sei eine mögliche Übertragung über Tiefkühlkost aber nicht.

In China wird auf neue bestätigte positive Coronavirus-Tests mit Massentests im Umfeld und oft auch mit lokalen Lockdowns reagiert.