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Richtig Zoff bei der AfD: Meuthen gegen Querdenker

Teilnehmer beim Parteitag der AfD in Kalkar
Teilnehmer beim Parteitag der AfD in Kalkar   -   Copyright  Rolf Vennenbernd/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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In Kalkar am Niederrhein hält die AfD - teilweise online, aber auch mit Maskenpflicht im Saal - ihren Parteitag ab. Dabei gab es richtig Streit, denn der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hielt eine umstrittene Rede. Und Alice Weidel rannte bei einem Interview mit Phoenix aus Protest weg.

Meuthen forderte seine Partei dazu auf, sich von Krawallmachern und Provokateuren in den eigenen Reihen zu distanzieren. Damit stellte sich der Parteichef auch gegen den eigenen Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland und andere Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Partei, die durchaus Verständnis für die Corona-Proteste gezeigt hatten. "Was wir mehr als alles andere brauchen, ist innerparteiliche Disziplin", sagte Jörg Meuthen in einer Rede, für die es am Ende auch Buh-Rufe gab. Der Parteichef kritisierte unter anderem, dass manche in der AfD von "Corona-Diktatur" sprechen, keine Distanz zur sogenannten Querdenker-Bewegung zeigen und den Begriff "Ermächtigungsgesetz" verwenden.

"Das kann und darf so keinesfalls weitergehen"

"Das kann und darf so keinesfalls weitergehen", forderte Meuthen. "Entweder wir kriegen hier die Kurve, und zwar sehr entschlossen und sehr bald. Oder wir werden als Partei in keineswegs ferner Zukunft in ganz, ganz schwere See geraten und gegebenenfalls scheitern."

Alice Weidel läuft bei Interview weg

Der Parteitag verabschiedete ein sozialpolitisches Konzept mit Leitlinien zur Gesundheitspolitik und Vorschlägen zur Stabilisierung des Rentensystems. Nach mehrstündiger Debatte stimmten fast 89 Prozent der rund 500 Delegierten dafür.

Doch die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel brach ein Interview mit dem Sender "Phoenix" ab, weil der Journalist sie gefragt hatte, ob die Partei in der Sozialpolitik eher "in die nationalsozialistische Richtung gehen wolle."

AfD-Politiker stellen sich hinter Corona-Proteste

Auf Twitter stellen sich AfD-Politiker wie Dennis Hohloch ganz offen gegen den Parteivorsitzenden Meuthen und hinter die Corona-Proteste der sogenannten "Querdenker". Dennis Hohloch (31) erregte deutschlandweit Aufmerksamkeit, nachdem ihm Andreas Kalbitz einen Faustschlag verpasst und damit einen Milzriss verursacht hatte.

An diesem Sonntag wählen die Delegierten auch den Nachfolger von Andreas Kalbitz im Bundesvorstand der AfD, nachdem dieser im Mai aus der Partei ausgeschlossen worden war.

Vor der Messehallte in Kalkar protestierten mehrere hundert Menschen gegen die AfD. Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil machte bei der Demonstration mit.