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Weder Fisch noch Fleisch: London und Brüssel schlittern Fristende entgegen

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Von euronews
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Fischer
Fischer   -   Copyright  VALERY HACHE/AFP or licensors
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Das Ringen um die Trennungsmodalitäten zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union betrifft die Fischerei auf beiden Seiten des Ärmelkanals unmittelbar.

Frankreichs Ministerpräsident Jean Castex hörte sich die Sorgen eines Fischers an: „Es braucht unbedingt eine Einigung. Wenn nicht, ist das sowohl für die Fischereigenossenschaft Euronor und für die hiesigen Fischer das Ende“, sagt Olivier Leprêtre. „Wenn wir uns alle um die französischen Gewässer streiten, werden da auch Belgier, Niederländer und ein paar Spanier sein. Das würde auf Überfischung hinauslaufen, und das müssen wir unbedingt verhindern“, betont er.

Ein Streitpunkt zwischen London und Brüssel ist die Frage einer künftigen Fangquote in britischen Gewässern. Das Angebot der EU, auf bis zu 18 Prozent ihrer bisherigen Fangquoten zu verzichten, wurde abgelehnt.

„Wir wissen nicht, was der britische EU-Austritt bedeutet, wir wissen nicht, was geschehen wird“

Auf britischer Seite wird eine riesige Abfertigungsstelle für LKW gebaut. Hier sollen Zollkontrollen durchgeführt werden, doch die Bevölkerung tappt im Dunkeln. Die Anwohnerin Sharon Swandale sagt: „Wenn Sie wissen, worum es geht, sind Sie besser auf dem Laufenden als wir. Wir wissen nicht, was der britische EU-Austritt bedeutet, wir wissen nicht, was geschehen wird. Wir wissen nicht, wie viele LKW hier anhalten oder im Stau stehen müssen.“

Die Übergangsphase nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU läuft am Jahresende aus. Brüssels Unterhändler Michel Barnier weilt diese Woche in London. Sein Ziel: Das befürchtete große Durcheinander am 1. Januar will er verhindern.