Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Griechenland wirft Türkei vor, Migranten gezielt in die EU zu schleusen

Access to the comments Kommentare
Von Euronews mit dpa
euronews_icons_loading
Boot der türkischen Küstenwache und Boot mit Migranten.
Boot der türkischen Küstenwache und Boot mit Migranten.   -   Copyright  Screenshot Video
Schriftgrösse Aa Aa

Türkische Küstenwache soll Migranten abgedrängt haben

Bilder, die das griechische Migrationsministerium veröffentlicht hat: Darauf soll zu sehen sein, wie die türkische Küstenwache ein Boot mit 34 Migranten Richtung griechischer Gewässer zwingt, mit tödlichen Folgen: zwei Frauen starben.

Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarakis rief die Türkei auf, die illegale Migration zu stoppen. Er sagte: "Unser Nachbar, die Türkei, muss mehr unternehmen und sich an den Flüchtlingsdeal mit der EU von 2016 halten. Sie muss verantwortungsvoller und in Übereinstimmung mit ihren internationalen Verpflichtungen handeln. Sie muss mehr tun, um Migrationsbewegungen zu unterbinden, anstatt diese noch zu fördern. Sie muss kriminelle Gangs stoppen, die Menschen zu Profitzwecken schleusen."

Unser Nachbar, die Türkei, muss sich an den Flüchtlingsdeal mit der EU von 2016 halten.
Notis Mitarakis
Griechenlands Migrationsminister

Die griechische Regierung veröffentlichte auch Aufnahmen mutmaßlicher somalischer Migranten, die der Türkei Vorwürfe machen - die Echtheit der Bilder ist allerdings nicht unabhängig bestätigt.

Einer der Migranten sagte: "Als wir auf See waren, sank unser Boot. Wir riefen die türkische Küstenwache. Sie sagten, dass sie uns nicht helfen würden, da wir außerhalb türkischer Gewässer seien."

"Zuverlässige Informationen" über gezielte Anwerbung von Somaliern

Daneben sagte Mitarakis, die Türkei schicke Migranten gezielt nach Griechenland und damit in die EU. Man habe zuverlässige Informationen, dass die Türkei bewusst Migranten aus Somalia anziehe und dann in die EU schicke.

Es lägen Beweise dafür vor, dass somalische Bürger von der Türkei Visa erhielten, die auch beworben würden, etwa mit dem Slogan "Geh in die Türkei und studiere", sagte Mitarakis. Es gebe in Mogadischu eigens einen türkischen Ansprechpartner, der die Menschen bei der Einreiseprozedur unterstütze; die Kosten dafür beliefen sich auf 1300 bis 1500 Euro.

In anderen Fällen seien Flüchtlingshelfer von Nicht-Regierungsorganisationen daran beteiligt, die Menschen bei Flügen in die Türkei zu unterstützen - auch dafür lägen entsprechende Aussagen Beteiligter vor.

Wenn Somalier nach Griechenland gehen wollen, hält die türkische Polizei sie nicht auf.
Mutmaßlicher somalischer Migrant

Die griechische Regierung präsentierte einen weitere somalischen Migranten. Dieser sagte: "Wenn Somalier nach Griechenland gehen wollen, hält die türkische Polizei sie nicht auf, sie verschließen in der Regel die Augen vor den Somalis. Afghanen und Syrer dagegen stecken sie ins Gefängnis."

Seit dem 1. November seien 214 Migranten in Lesbos angekommen, so Mitarakis - 114 von ihnen aus Somalia. Daher sei man skeptisch geworden und habe die Spur nach Somalia untersucht.

Weitere Quellen • Griechische Redaktion, Athen