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"Im Herzen der Heimat": Kastellorizo bangt um seine Touristen

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Kastellorizo
Kastellorizo   -   Copyright  Louisa GOULIAMAKI / AFP
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Im östlichen Mittelmeer, nur rund drei Kilometer vor der türkischen Küste entfernt liegt die griechische Insel Kastellorizo. Ein kleines, aber feines Urlaubsparadies, mit bunten Häusern, mit antiken Ruinen, Felsen und Höhlen.

Eigentlich. Doch die Insel befindet sich auch mitten im griechisch-türkischen Konfliktgebiet. Immer wieder kommt es zu Spannungen, berichtet Amalia Gavriilidou, die seit den 90er Jahren ein Hotel auf der Insel betreibt.

Kriegsschiffe und Flugzeuge nicht außergewöhnlich

"Wir sind an die Spannungen mit der Türkei gewöhnt, wir sind nicht besorgt oder ängstlich. Kastellorizo steht seit Jahren im Rampenlicht. Die Türken wollen es übernehmen, das ist nichts Neues für uns. Immer wieder kreuzen Kriegsschiffe und Flugzeuge ziehen über unsere Köpfe hinweg. Für uns gehört das zur täglichen Routine. Das ist nichts Außergewöhnliches."

Territoriale Ansprüche seitens der Türkei auf die Insel gibt es schon seit Langem. Rasant verschärft hat sich der Konflikt jedoch, seit die Türkei in den Hoheitsgewässern der Insel nach Öl und Gas sucht.

Der vergangene Sommer war ein Schock

Vorläufiger Höhepunkt war der vergangene Sommer mit gravierenden Auswirkungen auf den Tourismus, durch die Coronakrise noch verschärft. Dabei war Kastellorizo vorher auch bei türkischen Kurzurlaubern sehr beliebt.

"Der vergangene Sommer war wirklich ein Schock für uns,", berichtet der stellvertretende Bürgermeister Stratos Amigdalos. "Es war eine sehr anstrengende Zeit. Aber wir hatten keine Wahl, wir mussten uns anpassen. Wir erlebten eine lang anhaltende große Krise mit der Türkei. Sie dauerte über Monate an.

Wir erhielten widersprüchliche Informationen und wussten nicht, was wir glauben sollten. Es gab Kriegsschiffe in unmittelbarer Nachbarschaft und eine aggressive Rhetorik aus Ankara. Ehrlich gesagt, konnten wir nicht verstehen, was da vor sich ging. Es war ein sehr schwieriger Moment für die griechisch-türkischen Beziehungen."

"Am Rande von Griechenland im Herzen der Heimat. Mit diesem Satz beschreiben Inselbewohner ihre Geschichte und ihr Leben", berichtet Euronews-Reporter Apostolos Staikos. So solle es ihrer Meinung nach auch künftig bleiben.