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Briten legen Vorräte an: Brexit verursacht lange LKW-Staus an der Grenze

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Briten legen Vorräte an: Brexit verursacht lange LKW-Staus an der Grenze
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Briten legen Vorräte an

Geduld. Das ist das, was Trucker nahe dem nordfranzösischen Calais derzeit brauchen, um über den Ärmelkanal zu kommen. Lange Lkw-Schlangen haben sich gebildet, drei Wochen vor dem endgültigen Austritt der Briten aus der EU. Die Tatsache, dass nach wie vor kein Handelspakt erreicht ist, trägt zu der Lage bei.

Sébastien Rivera, Generalsekretär von Frankreichs Nationalem Verband für Straßentransport FNTR erklärt: "Die Briten sind dabei, ihre Vorräte wegen der wahrscheinlichen Probleme durch den Brexit aufzustocken. So wird es zusätzliche Verwaltungsformalitäten für Zoll- und Sicherheitserklärungen geben, Waren könnten teurer werden. Seit etwa drei Wochen sehen wir also einen Anstieg des Verkehrs in Richtung Großbritannien, weil Vorräte angelegt werden. Die Verkehrsinfrastruktur, ob es nun der Hafen oder der Kanaltunnel ist, haben nicht die Kapazität, um diesen Anstieg des Verkehrs aufzufangen."

Weniger Fähren aber mehr Lkws

Ein anderer Grund für die langen Lkw-Staus ist der Rückgang beim Tourismus - und damit beim Fährverkehr. Sébastien Rivera: "Die Schifffahrtsgesellschaften haben die Zahl der Fähren reduziert. Wir haben also mehr Lkws, aber weniger Fähren, um diese Lastwagen nach Großbritannien zu bringen, und das erklärt auch diese Stunden des Wartens und die Verkehrsstaus".

Frankreich ist so etwas wie das Tor der Briten nach Europa: 80 Prozent des Verkehrs von der und auf die Insel fließt durch Frankreich. Alle drei Stunden fährt ein Zug durch den Eurotunnel. 30 Millionen Passagiere fahren jedes Jahr über die Grenze.

Und so bereiten sich auch die Verkehrs-Unternehmen und -Einrichtungen auf den Brexit vor, etwa der Gare du Nord in Paris.

"Großbritannien wird ein separates Land sein"

Frankreichs Haushaltsminister Olivier Dussopt sagte: "Wir haben 600 zusätzliche Zollbeamte eingestellt, um den Brexit zu bewältigen. Von diesen 600 Zollbeamten sind einige hier eingesetzt, denn ab dem 1. Januar wird der Gare du Nord ein Ort sein, wo man die EU und den Binnenmarkt verlassen kann. Großbritannien wird ein separates Land, das bedeutet luft- und grenzpolizeiliche Kontrollen, bei denen man einen Pass haben muss, um die Grenze zu überqueren."

Ab dem 1. Januar wird Großbritannien also geographisch zwar weiterhin nah am Rest Europas liegen, politisch aber ist das Land dann ein ferner Drittstaat wie China oder Australien.