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Rückschlag bei Sanofi/GSK - Wann beginnt Impfen in der EU?

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Von Euronews mit dpa
Patient bekommt Influenza-Impfung, 23.01.2020
Patient bekommt Influenza-Impfung, 23.01.2020   -   Copyright  LM Otero/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Bei den Pharmakonzernen Sanofi und GSK (GlaxoSmithKline) verzögert sich die Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Das teilten die Unternehmen an diesem Freitag mit.

Impfstoff erzeugt bei älteren Patienten unzureichende Immunreaktion

In den Tests hätte es bei älteren Probanden eine unzureichende Immunreaktion gegeben, wie das in Frankreich ansässige Unternehmen mitteilte. Mit anderen Worten: bei ihnen schlug der Impfstoff, der wie ein traditioneller Grippe-Impfstoff hergestellt wird, nicht an. Grund dafür könnte eine zu geringe Antigen-Konzentration sein, an dieser müsse nun noch gefeilt werden.

Thomas Triomphe, Leiter der Impfstoffsparte bei Sanofi hatte erklärt: "Uns liegt die öffentliche Gesundheit sehr am Herzen, weshalb wir über die heute bekannt gegebene Verzögerung enttäuscht sind, aber alle unsere Entscheidungen sind und werden immer von Wissenschaft und Daten bestimmt."

Der Impfstoff von Sanofi und GSK soll, im Gegensatz zum mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer, das bei -75 Grad gekühlt werden muss, bei Kühlschranktemperaturen (2-8C) gelagert werden können. Die Hersteller hoffen, dass ihr Impfstoff auf größere Akzeptanz in der Bevölkerung stößt, weil er wie ein klassisches Vakzin gegen Grippe hergestellt wird.

Eigentlich Mitte 2021 auf angepeilt

Sanofi und GSK arbeiten seit dem Frühjahr 2020 an einem Vakzin gegen Sars-CoV-2. Der Impfstoff sollte eigentlich Mitte 2021 auf den Markt kommen, daraus wird nun vorerst nichts. Weiterführende Studien sollen Aufschluss die Sicherheit sowie die Wirksamkeit des Präparats geben. Dies beginnen im Februar. Sollten sie positiv ausfallen, würde im zweiten Quartal 2021 eine globale Phase-3-Studie begonnen werden. Zulassungsanträge für den Impfstoff gäbe es dann frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 geben.

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich bereits 300 Millionen Impfdosen von Sanofi-GSK gesichert, sollte er eine Zulassung bekommen.

Gleichzeitiger Beginn des Impfens in der EU

Voraussichtlich am 29. Dezember sollte der Impfstoff von Biontech und Pfizer von der Europäischen Arzneimittelaufsicht EMA eine Genehmigung erhalten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bestätigte in Brüssel, dass die Impfungen im Prinzip überall in der EU gleichzeitig beginnen sollten, wenn auch die ersten Piekser vielleicht nicht in derselben Sekunde erfolgen würden. Darauf habe man sich unter den EU-Staats-und RegierungschefInnen geeinigt.

Portugals Ministerpräsident Antonio Costa ging vom 5. Januar als erstem Impf-Tag in der EU aus.