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„Charlie-Hebdo“-Prozess: Hauptangeklagter geht in Berufung

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Von Euronews mit Afp
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Zeichnung des Gerichtssaals
Zeichnung des Gerichtssaals   -   Copyright  MARIE WILLIAMS/AFP or licensors
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Im „Charlie-Hebdo“-Prozess in Paris sind 13 Personen zu Haftstrafen zwischen vier Jahren und lebenslänglich verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie den drei Attentätern bei der Vorbereitung ihrer Anschläge geholfen haben. Das Verfahren lief seit Anfang September und war wegen der Coronavirus-Pandemie rund einen Monat unterbrochen.

Der Hauptangeklagte Ali Riza Polat wurde wegen Beihilfe zu terroristischen Verbrechen zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslänglich gefordert. Polats Anwälte kündigten Berufung an. Laut Urteil war der 35-Jährige ein enger Helfer des Attentäters Amédy Coulibaly, der ebenso wie die Brüder Saïd und Chérif Kouachi bei dem Polizeieinsatz erschossen wurde.

Dem Gericht zufolge hat Polat Beihilfe zu den Überfällen auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo" und einen jüdischen Laden im Januar 2015 mit insgesamt 17 Toten geleistet.

Ebenfalls eine 30-jährige Haftstrafe wurde gegen Hayat Boumedienne ausgesprochen. Die ehemalige Lebensgefährtin des Attentäters Amédy Coulibaly ist flüchtig und wird in Syrien vermutet. Mohamed Belhoucine wurde in Abwesenheit zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Von ihm nimmt die französische Justiz ebenso wie von seinem Bruder Mehdi an, dass er nicht mehr am Leben ist. Gegen Mehdi Belhoucine erging kein Urteil, da er laut Gericht bereits im Januar für dieselben Taten verurteilt wurde.

Neben Polat standen in Paris zehn weitere Männer vor Gericht, gegen sie wurden Freiheitsstrafen zwischen vier und 20 Jahren verhängt. Das Gericht konnte nicht in allen Fällen feststellen, dass die Angeklagten von den Anschlagsplänen wussten.