Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Hausfriedensbruch in Moskau? Ermittlungen gegen Nawalny-Mitarbeiterin

euronews_icons_loading
Archivaufnahme von Anwältin und Nawalny-Mitarbeiterin Ljubow Sobol
Archivaufnahme von Anwältin und Nawalny-Mitarbeiterin Ljubow Sobol   -   Copyright  Alexander Zemlianichenko/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
Schriftgrösse Aa Aa

Gegen eine Mitarbeiterin von Kremlkritiker Alexej Nawalny ist ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet worden.

Ljubow Sobol werde zu den Vorwürfen verhört, erklärte das Ermittlungskomitee in Moskau. Die 33-jährige Anwältin habe versucht, sich unbefugt Zugang zu einer Wohnung in Moskau zu verschaffen.

Nach Angaben von Nadalnys Fonds zur Bekämpfung von Korruption war Sobol im Zusammenhang mit dem Vorwurf bereits festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie sich Anordnungen von Polizisten wiedersetzt habe.

Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung sei nach Angaben von Nawalny Material sichergestellt worden, darunter das Handy ihrer sieben Jahre alten Tochter. Ihr Mann und die gemeinsame Tochter seien nicht festgenommen worden.

Die betreffende Wohnung in Moskau, an der Sobol geklingelt haben soll, soll dem vermeintlichen Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Konstantin Kudryavtsev, gehören. Das Ermittlungskomitee wirft Sobol auch vor, mehrfach mit anderen Personen versucht zu haben, die Wohnung einer älteren Frau in dem selben Haus zu betreten. Dabei habe Sobol vorgetäuscht, eine "verlassene Ehefrau mit Kleinkind" zu sein. So sei Sobol in das Haus gelangt, habe die Wohnung der älteren Frau "gestürmt" und in allen Räumen mit ihrem Handy gefilmt. Nach Angaben des Fonds von Nawalny könnte Sobol eine Haftstrafe drohen.

"Fabriziertes Strafverfahren"

Nawalny sagte, es werde dreist ein Strafverfahren gegen Sobol fabriziert. Nawalny hatte Konstantin Kudryavtsev, dessen Mutter einem Medienbericht zufolge die ältere Frau sein soll, unter Vortäuschung einer falschen Identität telefonisch zum Ablauf seiner Vergiftung im August befragt. Nach Erkenntnissen eines Medien-Netzwerkes, das ein Video von dem Telefonat veröffentlichte, soll Kudryavtsev dabei erklärt haben, das Gift sei auf die Unterhose von Nawalny aufgetragen worden.

Der FSB bezeichnete das aufgezeichnete Telefonat als Fälschung. Der Geheimdienst wollte weder bestätigen noch dementieren, dass Konstantin Kudryavtsev für den FSB arbeite. Der Kreml hat jegliche Verwicklung in den Fall abgestritten. Man warte auf Beweise, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Der 44-jährige Nawalny soll sich seit seiner Vergiftung, die in der Berliner Charité behandelt worden war, zu einer Reha-Maßnahme in Deutschland aufhalten. Er macht für den Anschlag, der nach Erkenntnissen mehrerer Regierungen in Westeuropamit einem Gift der Nowitschok-Gruppe duirchgeführt wurde, ein "Killerkommando" des FSB verantwortlich.