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Wie kommt der Hafen in Cuxhaven ab 2021 mit dem Brexit klar?

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80 Prozent der Güter, die in Cuxhaven umgeschlagen werden, haben einen Bezug zu Großbritannien.
80 Prozent der Güter, die in Cuxhaven umgeschlagen werden, haben einen Bezug zu Großbritannien.   -   Copyright  AFP
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Am 1. Januar ist er wirklich da, der Brexit: Großbritannien ist dann nicht mehr nur kein Teil der EU mehr, sondern verlässt auch den Binnenmarkt und die Zollunion. Mit dem Last-Minute-Handelsabkommen ist das ganz große Chaos an den Grenzen abgewendet, komplizierter wird es trotzdem werden. In Deutschland wird das vor allem am Hafen in Cuxhaven zu spüren sein. Er lebt vom Geschäft mit Großbritannien.

"Der Englandverkehr macht bei uns etwa 80% des Ladungsumschlag aus", so Hafenchef Hans-Peter Zint. "Der ist am 1. Januar nur mit Zolformalität abzuwickelt. Das bedeutet für uns zum einen: Wir müssen natürlich unsere Mitarbeiter entsprechend vorbereiten. Wir haben flächedeckend Trainings für unsere Mitarbeiter durchgeführt, damit auch ein Bewusstsein für die Zollformalitäten geschaffen wird und wie wichtig es auch für Unternehmen ist, das alles eingehalten wird, was damit im Zusammenhang steht."

Zwar müssen mit dem Abkommen keine Zölle gezahlt werden, trotzdem werden Formalitäten und Kontrollen anfallen, da die Standards mit der endgültigen Trennung Großbritanniens von der EU nicht mehr dieselben sein werden. Cuxhaven ist ein wichtiger Hafen für den deutschen Autoexport nach Großbritannien, umgekehrt kommen hier Land Rover für den europäischen Markt aus Großbritannien an. Ein neues IT-System soll die zügige Bearbeitung von Zolldokumenten gewährleisten. Außerdem wurden die Lagerkapazitäten erweitert, falls es Probleme gibt.

"Hoffentlich bringen die das bald mal zu Ende"

Das Brexit-Hin-und-Her beschäftigt Hafenchef Zint seit Jahren: "Das ging hier alles schon im letzten Jahr los, dass wir drei mal Anlauf nehmen mussten, ob jetzt nun der Brexit kommt oder nicht. Jedes Mal war es so, dass zusätzliche Lademengen kamen und danach wieder wegblieben. Es geht rauf und runter, so dass man denkt “meine Güte hoffentlich bringen die das bald mal zu Ende, hoffentlich kommt das bald mal. Insofern bin ich natürlich gespannt auf den 1. Januar, ob das alles läuft. Aber ich bin überzeugt, dass wir vorbereitet sind."

Zint rechnet damit, dass es drei bis fünf Jahre dauert, bis sich die neuen Abläufe komplett eingespielt haben. Dann sei der Brexit Geschichte