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Corona-Impfprogramme: Start der Kampagnen verläuft schleppend

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Corona-Impfprogramme: Start der Kampagnen verläuft schleppend
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In mehreren EU-Ländern laufen die großangelegten Impfungen gegen das Coronavirus nur schleppend an. In Deutschland wurden bis Sonntagmorgen nach Angaben des Robert Koch Instituts rund 240.000 Menschen geimpft.

Die EU-Kommission wies Kritik an der vereinten Beschaffung von Vakzinen zurück. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides verteidigte das Vorgehen: "Das Nadelöhr ist derzeit nicht die Zahl der Bestellungen, sondern der weltweite Engpass an Produktionskapazitäten."

Frankreich

Die französische Regierung hat nach einem Aufschrei von Gesundheitsexperten versprochen, das Impfprogramm zu verstärken. Frankreich liegt bei der Durchführung von Impfungen weit hinter anderen Nationen, einschließlich Großbritannien und Deutschland, zurück.

Bis zum 31. Dezember, vier Tage nach Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus, hatte Frankreich lediglich 352 Menschen geimpft, so die Website "Our World in Data" der Universität Oxford. In den 24 Stunden vor dem vergangenen Samstagabend wurden laut der französischen Daten-Website CovidTracker nur 80 Personen geimpft.

Großbritannien

Bis zum 27. Dezember hatte Großbritannien mehr als 940.000 Menschen geimpft, nachdem es als erstes westliches Land am 2. Dezember dem Vakzin von Pfizer/BioNTech einen Notfallzulassung erteilt hatte und sechs Tage später mit den Impfungen begann. Deutschland hatte bis zum 2. Januar, neun Tage nach dem Start seines Impfprogramms, mehr als 238.000 Menschen geimpft.

Ein Impfstoff gegen das Coronavirus, der von der Universität Oxford und AstraZeneca entwickelt wurde, soll in den kommenden Tagen in Großbritannien eingeführt werden.

Der Impfstoff wird in den ersten Tagen in einer kleinen Anzahl von Krankenhäusern verabreicht, damit die Behörden auf eventuelle Nebenwirkungen achten können.

Hunderte von neuen Impfstellen - sowohl in Krankenhäusern als auch in lokalen Arztpraxen - sollen in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden, zusätzlich zu den mehr als 700, die bereits aktiv sind.

Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair forderte die britische Regierung auf, ihre Strategie zu überdenken und das Impfprogramm gegen das Coronavirus zu verstärken: "Wir müssen Ressourcen in einem Ausmaß mobilisieren, wie wir es in Friedenszeiten in diesem Land noch nie gesehen haben", sagte Blair dem britischen Sender Sky News.

Er äußerte sich auch nach der Veröffentlichung eines neuen Dokuments, "A Plan for Vaccine Acceleration", durch das Tony Blair Institute: "Sobald die Impfstoffe verfügbar sind, sollten wir sie zu den Menschen bringen und sie einsetzen, und das erfordert eine andere Art von Strategie, denn man muss natürlich alle Dienste nutzen, die man hat, alle Dienste innerhalb des Gesundheitsdienstes NHS. Man muss die Apotheken nutzen, alle Apotheken, die die normale Grippeimpfung durchführen, sollten wir auch für diesen Impfstoff nutzen."

Blair empfiehlt, das ganze Land unter ein nationales Impfprogramm zu stellen, mit dem Ziel, die Zahl der Impfungen auf fünf Millionen pro Woche zu erhöhen.

Blair sagte, er wolle nicht die Regierung angreifen, sondern lediglich einen Weg aufzeigen, wie man die gesamte Bevölkerung innerhalb weniger Wochen impfen könnte.

Ungarn

Ministerpräsident Viktor Orban bestätigte in einem Radiointerview, dass Ungarn die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Russland in Bezug auf dessen Impfstoff fortsetzen werde, dieser aber vorerst nicht im Mittelpunkt des Impfprogramms stehen werde.

Ungarn wird den Impfstoff gegen das Coronavirus über den EU-Beschaffungsmechanismus oder direkt von China beziehen, da Russland nicht genug von seinem konkurrierenden Impfstoff herstellen kann, um die 10 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen Ungarns zu impfen.

Ungarn hat sich an Russlands Testversuchen beteiligt und hatte frühzeitig kleine Chargen des russischen Impfstoffs Sputnik V erhalten. Das löste in einigen Ländern die Befürchtung aus, dass damit der Zulassungsmechanismus der Europäischen Union umgangen würde.

Ungarn erhielt Anfang dieser Woche 6.000 Dosen des Sputnik V-Impfstoffs, obwohl unklar blieb, wie die Impfung verabreicht werden würde und unter welchem Genehmigungsverfahren.