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Humanitàre Hilfe aus Brüssel für Flüchtlinge in Bosnien

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Migranten aus Afrika und Asien im Lager Lipa nahe der Stadt Bihac in Bosnien
Migranten aus Afrika und Asien im Lager Lipa nahe der Stadt Bihac in Bosnien   -   Copyright  STR/AFP or licensors
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Die EU-Kommission hat 3,5 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für die Notlage der Flüchtlinge in Bosnien-Herzegovina zugesagt. Damit reagierte Brüssel auf die sich anbahnende Katastrophe in dem Balkan-Land, wo mehr als 1700 Flüchtlinge ohne Schutz vor dem harschen Winter ausharren.

EU-Vertreter äußerten scharfe Kritik an Bosnien und sprachen von einer inakzeptablen Situation. Diese hätte vermieden werden können, wenn Bosnien auf entsprechende Warnungen reagiert hätte. Die Behörden in Bosnien sollten sich wie ein künftiges EU-Mitgliedsland verhalten, so ein Kommissionssprecher. Menschenleben dürften nicht internen politischen Machtkämpfen geopfert werden.

Die zugesagte Finanzhilfe kommt zusätzlich zu rund 85 Millionen Euro, die die EU seit 2018 Bosnien für die Bewältigung der Flüchtlingskrise gegeben hat.

Doch Südosteuropa-Experte Gerald Knaus von der European Stability Initiative sieht die EU in einer schlechten Position, Kritik zu üben.

"Die Kritik der EU ist begründet, aber nicht sehr glaubwürdig. Denn das Prinzip, Migranten schlecht zu behandeln, das wir auf den griechischen Inseln sehen, an der ungarisch-serbischen Grenze und seit Jahren an der kroatisch-bosnischen Grenze, dieses Prinzip, das EU-Mitgliedstaaten verfolgen, das ist das, was wir jetzt auch in Bosnien sehen. Also auf Kosten von Migranten wird hier Politik gemacht. Aber die Europäische Union wäre glaubwürdiger, wenn sie in ihren eigenen Mitgliedsstaaten Migranten nicht genauseo schlecht behandeln würde."

Die Lage in den bosnischen Flüchtlingslagern hat sich seit Wochen zugespitzt. Am Neujahrstag verweigerten Migranten Essensrationen und protestierten stattdessen für menschlichere Lagerbedingungen. Das Lager Lipa brannte vorige Woche nieder - seitdem haben die Flüchtlinge kein Dach über dem Kopf.

Bosnien ist mit der Situation überfordert. Die Migranten streben unterdessen weiter in die EU, doch Kroatien verweigert ihnen die Einreise.