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EU-Gipfel zu Corona: Bitte nicht reisen - Frankreich verlangt Test

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Charles Michel und Ursula von der Leyen in Brüssel nach dem Video-Gipfel zu Corona
Charles Michel und Ursula von der Leyen in Brüssel nach dem Video-Gipfel zu Corona   -   Copyright  Olivier Hoslet/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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In der Corona-Krise empfehlen die 27 EU-Staaten, nicht notwendige Reisen weiter einzuschränken. Allerdings sollen die europäischen Grenzen für Waren sowie Pendlerinnen und Pendler möglichst offen bleiben. Dies berichtete EU-Ratschef Charles Michel nach einem EU-Videogipfel.

Angesichts der Coronavirus-Varianten äußerte sich EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen besorgt. Sie legte auch das Ziel fest, dass 5 Prozent aller Tests sequenziert - also auf Mutationen untersucht - werden sollten. Davon sind fast alle Staaten in der EU derzeit weit entfernt.

Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen.

Frankreich verlangt ab Sonntag PCR-Tests

Frankreich verlangt ab Sonntag von Einreisenden aus anderen EU-Staaten einen weniger als 72 Stunden alten PCR-Test. Davon ausgenommen bleiben aber Pendlerinnen und Pendler in den Grenzgebieten.

Strengere Regeln für "dunkelrote" Hochrisikozonen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erläuterte, es solle - auch angesichts der Mutationen - eine neue Kategorie von "dunkelroten Zonen" eingeführt werden, wo das Coronavirus sehr verbreitet sei. Von Personen, die von diesen Zonen aus verreisen wollten, könnte vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft.

Die Impfungen sollen beschleunigt werden. So erwartet die EU-Kommission, dass es bald neue Impfstoffe und größere Mengen gibt. Bis zum Sommer sollen 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen das Virus immunisiert sein.

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz schrieb auf Twitter, er erwarte die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca spätestens nächste Woche.

EU arbeitet im Impfpass

EU-Ratspräsident Charles Michel bestätigte, dass die 27 EU-Staaten an einem gemeinsamen Impfpass arbeiten. Vor dem EU-Videogipfel hatten besonders Urlaubsländer wie Malta, Griechenland und Spanien für einen einheitlichen Impfpass und damit verbundene Vorteile wie freies Reisen für Geimpfte geworben.

Kanzlerin Angela Merkel lehnte diese Diskussion als verfrüht ab. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte am Donnerstagabend, man müsse differenzieren: Die Dokumentierung des Impfens sei eine medizinische Notwendigkeit, und mit dem gelben Impf-Zertifikat der Weltgesundheitsorganisation gebe es einen weltweiten Standard. Die zweite Frage sei, wofür man das Zertifikat nutzen könne. Dies müsse vorsichtig abgewogen werden, da manches noch unklar sei.

So sei nicht sicher, ob Geimpfte das Virus bicht weiter übertragen und wie lange der Impfschutz anhalte, sagte von der Leyen. Eine politische Frage sei, wie die Rechte jener gewahrt blieben, die sich noch nicht impfen lassen konnten oder die einen legitimen Grund haben, sich nicht impfen zu lassen.

Wenn die Zeit reif sei, müsse auch über eden Schutz der Persönlichkeitsrechte eine Debatte geführt und Konsens unter den EU-Staaten gefunden werden.