Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Nach Inzest-Aufschrei: Sexualtäter sollen härter bestraft werden

Emmanuel Macron
Emmanuel Macron   -   Copyright  Yoan Valat/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

In Frankreich hat das Buch von Camille Kouchner zum Thema Inzest eine wahre Flut von Aussagen tausender Opfer in den sozialen Medien ausgelöst. An diesem Samstag verspricht Präsident Emmanuel Macron in einem Video, dass seine Regierung handeln wird.

Macron richtet sich mit seiner Erklärung an die Opfer: "Ich möchte Ihnen sagen: Wir sind hier, wir hören Ihnen zu, wir glauben Ihnen. Und Sie werden nie wieder allein sein." Der Staatschef spricht auch von "in Kinderzimmern zerstörten Leben" und "in den Ferien mit der Famile gestohlenen Kindheiten".

"Wir müssen die Aussagen von Opfern auch noch Jahre später hören und aufnehmen. Wir müssen sie begleiten, wir müssen die Verbrecher für die begangenen Taten bestrafen und jeden Rückfall verhindern.", sagt der Staatschef. Die Regierung in Paris soll sich in den kommenden Tagen mit einer Verschärfung der entsprechenden Gesetze befassen.

Laut einer Ipsos-Umfrage vom November 2019 hat eine Person von zehn in Frankreich angegeben, Opfer von Inzest gewesen zu sein.

Die Schauspielerin Alexandra Lamy hatte in einem Video mehrere Berichte anonymer Opfer vorgelesen. Unter dem Hashtag #metooinceste hatten Tausende ihre schrecklichen Erlebnisse öffentlich gemacht.

Die Tochter des ehemaligen Außenministers Bernard Kouchner, Camille Kouchner - selbst Juristin - hatte in ihrem Anfang Januar erschienenen Buch den Missbrauch ihres damals 14 Jahre alten Bruders durch den Stiefvater Anfang der 70er Jahre öffentlich gemacht. Das Buch "La familia grande" erregte in Frankreich enormes Aufsehen und löste eine landesweite Diskussion aus.