Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Notsituation in Portugals Krankenhäusern

Access to the comments Kommentare
Von Filipa Soares
euronews_icons_loading
Notsituation in Portugals Krankenhäusern
Copyright  Armando Franca/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Portugal spürt derzeit die volle Wucht der dritten Corona-Welle. Das Land hat um internationale Hilfe gebeten, um das überforderte Krankenhauspersonal zu entlasten. Deutschland schickt medizinische Unterstützung.

Wie viele andere portugiesische Krankenhäuser arbeitet auch dieses in Viseu schon seit Wochen mit knappen Ressourcen. Dem ärztlichen Direktor zufolge lag die Zahl der Patienten im Januar nahe an der Gesamtzahl des vergangenen Jahres. Am 28. Januar erreichte man einen Rekord von 278 Patienten.

"Das ist ein Katastrophenszenario, in dem wir Entscheidungen in Echtzeit treffen müssen. Wir passen unsere Reaktionen dauernd an, schaffen provisorische Lösungen. Das ist Katastrophenmedizin. Wir mussten bereits auf improvisierte Ressourcen zurückgreifen, wie zum Beispiel die Eröffnung eines Krankenhauses in einer städtischen Sporthalle", so der ärztliche Direktor Eduardo Melo

Krankenhäuser an der Belastungsgrenze

Zu Beginn der Pandemie belegten Corona-Patienten eine Station im 7. Stock des Krankenhauses. Heute sind die Pandemie-Patienten über das ganze Haus und auf andere Abteilungen wie Chirurgie, Orthopädie und Urologie verteilt. Sie wurden in Intensivstationen umgewandelt. Vor einem Jahr gab es 8 Intensivbetten. Heute sind es 26. "Wir wissen nicht, wie lange wir diesem Druck standhalten können. Der Zustrom auf die Notaufnahmen nimmt nicht ab", so Melo.

Das Krankenhaus hat Dutzende Krankenschwestern und Hilfskräfte eingestellt. Aber im ganzen Land gibt es keine Ärzte mehr. Deutschland schickt Unterstützung - aber der ärztliche Direktor weiß noch nicht, ob man ausländische Ärzte aufnehmen wird: "Die Integration von fremdem Personal aus einem anderen Land, mit einer anderen Arbeitsweise kann schwierig sein, das ist nie eine einfache Situation."

Euronews stellte eine Interview-Anfrage an das Gesundheitsministerium. Thema sollte die derzeitige Notsituation in portugiesischen Krankenhäusern sowie die Hilfe aus dem Ausland sein. Aber es gab keine Reaktion.