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Kein Facebook mehr: Militär in Myanmar schaltet Plattform ab

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Kein Facebook mehr: Militär in Myanmar schaltet Plattform ab
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Die neue Militärführung in Myanmar hat eine vorübergehende Sperre des Online-Netzwerks Facebook angeordnet, über das ihre Gegner ihren Widerstand organisiert hatten. Die Plattform trage zur Destabilisierung des Landes bei, teilte das Verkehrsministerium mit.

Die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi soll unter Hausarrest stehen.

Ein Taxifahrer meint: "Wir wissen gar nichts, was mit Aung San Suu Kyi jetzt ist. Das macht mir Sorgen. Ich würde am liebsten mit Gewalt für sie kämpfen, aber das würde sie nicht wollen."

Das Militär hatte sich in der Nacht zum Montag an die Macht geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie andere Politiker festgesetzt und einen einjährigen Ausnahmezustand verhängt.

Als Grund für den Putsch gab das Militär an, Vorwürfe des Wahlbetrugs bei den Parlamentswahlen im November seien von Suu Kyi nicht untersucht worden. Die hätte Führung der Streitkräfte zum Putschen gezwungen.

Oppositionspolitikerin Khin Soe Soe Kyi (National League for Democracy - NLD) sagt: "Eine solche Verletzung der Menschenrechte. Das ist ja nicht einmal ein Coup, das ist Verrat, ein Verrat am eigenen Land."

Der zunächst gesperrte internationale Flughafen von Yangon hat den Betrieb wieder aufgenommen. Die Ausreise mit verschiedenen Fluglinien u.a. nach Seoul, Kuala Lumpur, Singapur mit Weiterflugmöglichkeiten nach Europa ist ab sofort wieder möglich.

Das Militär war in Myanmar, dem ehemaligen Birma, jahrzehntelang an der Macht gewesen, bis vor zehn Jahren vorsichtige demokratische Reformen eingeleitet worden waren.

Proteste gegen Militärführung

In Myanmar hat es erstmals Straßenproteste gegen den Militärputsch und die Festnahme der entmachteten faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi gegeben. In der Millionenstadt Mandalay im Norden des Landes demonstrierten vor allem junge Menschen vor der medizinischen Fakultät der örtlichen Universität gegen das Vorgehen der Armee, wie auf einem Video des Senders "Mizzima TV" zu sehen war. Auf einem Schild war auch auf Englisch zu lesen: "Das Volk protestiert gegen den Militärputsch." Unbestätigten Berichten zufolge wurden mindestens drei Teilnehmer festgenommen.

Der öffentliche Widerstand gegen die Machtübernahme der Armee wurde von Mitarbeitern des Gesundheitswesens angeführt. Sie hatten bereits am Mittwoch gestreikt. Die Bewegung des zivilen Ungehorsams in dem südostasiatischen Land teilte mit, zahlreiche medizinische Fachkräfte hätten in mehr als 30 Städten entweder ihre Arbeit niedergelegt oder zum Zeichen des Protests eine rote Schleife getragen.

"Wir lehnen es ab, Befehlen des illegitimen Militärregimes Folge zu leisten, das gezeigt hat, dass es keinerlei Respekt für unsere armen Patienten hat", hieß es in einer Erklärung der Bewegung, die um Unterstützung aus dem Ausland bat.

#CivilDisobedienceMovement wurde auf Twitter bereits mehr als 1,2 Millionen mal geteilt. In der größten Stadt Yangon machten viele Menschen ihrem Ärger Luft, indem sie an Fenstern und Balkonen lautstark auf Töpfe und Pfannen schlugen. In Myanmar sollen mittels Lärm-Protesten böse Geister vertrieben werden.

Auf Fotos, die in sozialen Netzwerken gepostet wurden, waren auch Bürger zu sehen, die den Dreifingergruß der Rebellen aus der Science-Fiction-Filmreihe "Die Tribute von Panem" zeigten, der im vergangenen Jahr im Nachbarland Thailand zum Symbol des Widerstands gegen die Regierung geworden war.