Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Sondersitzung in Tokio: Sexismus-Skandal um Olympia-Chef weitet sich aus

euronews_icons_loading
Yoshiro Mori steht trotz seiner Entschuldigung weiter in der Kritik - auch innerhalb der Bevölkerung
Yoshiro Mori steht trotz seiner Entschuldigung weiter in der Kritik - auch innerhalb der Bevölkerung   -   Copyright  Kim Kyung-hoon/AP
Schriftgrösse Aa Aa

Die Olympia-Euphorie in Japan ist pandemiebedingt längst Ernüchterung gewichen, und jetzt weitet sich auch noch der Sexismus-Skandal um Olympia-Chef Yoshiro Mori aus.

Obwohl sich der frühere Ministerpräsident für abfällige Äußerungen über Frauen entschuldigte, ebbt die Empörung nicht ab. Für kommenden Freitag berief das Nationale Organisationskomitee, dem Mori vorsteht, eine Sondersitzung ein.

Passantinnen in Tokio äußerten ihre Meinung über Mori. Die 23-jährige Wweb-Designerin Hannah Kook sagte: "Er ist jemand, der in der Vergangenheit viele Fehler gemacht hat, nicht nur sexistischer Natur, sondern auch sonst mit fragwürdiger Ethik. Für mich steht auch das ganze System auf dem Prüfstand, das einen Mann mit einer solchen Denkweise an der Macht lässt."

Aoi Suzuki ist 31 Jahre alt und arbeitet bei einer Fluggesellschaft: "Ich war nicht wirklich überrascht, denn es ist bei weitem nicht sein erster Fehler. Gleichzeitig schenke ich dem keine große Aufmerksamkeit, indem ich mir sage, dass er 83 Jahre alt ist und das die Meinung eines Mannes seiner Generation ist."

Auch das Internationale Olympische Komitee IOC hat sich in den Fall Mori eingeschaltet. Es erklärte, Maßnahmen gegen Diskriminierung weiter vorantreiben zu wollen und verwies darauf, dass die Tokio-Spiele mit einem Athletinnen-Anteil von 49 Prozent die ersten seien, bei denen die Gleichstellung der Geschlechter erreicht werde.