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Plaudern mit PaPeRo: Ein Roboter gegen die Einsamkeit

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Plaudern mit PaPeRo: Ein Roboter gegen die Einsamkeit
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Japan ist seit Jahrzehnten in Sachen Elektronik weltweit ganz vorne dabei. Während der Coronavirus-Pandemie erweist sich das als Trumpf.

Die Präfektur Shizuoka: Hier wird Tee angebaut. Und der Blick auf den Fuji ist etwas fürs Auge.

In der Stadt Fujieda leben rund 140 000 Menschen. Aufgrund der strengen Pandemieeinschränkungen erhalten ältere Menschen, die alleinstehend sind oder in Seniorenstiften leben, deutlich weniger Besuch. Es gibt die Befürchtung, dass sich das nachteilig auf ihre geistige Verfassung auswirken könnte. Ein Roboter namens PaPeRo soll helfen, dass die Bewohner von Altersheimen geistig in Schuss bleiben.

Das verschafft mir den Eindruck, als beginne ich den Tag mit einer Unterhaltung, wodurch ich mich weniger einsam fühle
Natsume Emiko
Bewohnerin eines Altersheim über PaPeRo

Natsume Emiko, die in einem Altersheims lebt, erläutert: „Wenn ich morgens aufwache, kann ich dank PaPeRo ganz natürlich sprechen. Das verschafft mir den Eindruck, als beginne ich den Tag mit einer Unterhaltung, wodurch ich mich weniger einsam fühle."

Mit dem Gerät können nicht nur Gespräche geführt werden, sondern auch Nachrichten an Verwandte und Freunde verschickt und empfangen werden. Und es erkennt, wenn sich gewisse Verhaltensweisen ändern, was dem medizinischen Betreuungspersonal bei der Gesundheitsversorgung hilft.

Die Stadt Fujieda war eine der ersten in Japan, die die Geräte einsetzte, um Vereinsamung aufgrund der Pandemie entgegenzuwirken. Der Behördenvertreter Makita Tsuyoshi betont: „PaPeRo kann Bilder machen und an weit entfernt lebende Verwandte schicken. Einmal wurde das Foto einer alten Frau, die gestürzt war, an deren Familie geschickt. Die Familie hat sofort angerufen und fand heraus, dass sie sich etwas gebrochen hatte und sich nicht bewegen konnte. Dank PaPeRo wusste die Familie, dass sich ein Unfall ereignet hat und konnte die Frau in ärztliche Obhut übergeben."

Entwickelt wurde PaPeRo vom Unternehmen NEC. Das Ziel: Menschen miteinander verbinden, wenn sie keinen unmittelbaren persönlichen Kontakt pflegen können. „Ich habe begonnen, PaPeRo zu entwickeln, weil meine Mutter weit weg lebte und ich eine Möglichkeit gesucht habe, mich um sie zu kümmern. Alleine zu leben, ist traurig, die Menschen brauchen jemand zum Sprechen. Im Durchschnitt nutzen die Menschen die Freisprechfunktion 15 Mal am Tag, manche sogar mehr als 50 Mal", so der PaPeRo-Entwickler Matsuda Tsuguhiro von Donut Robotics.

Donut Robotics
Maske mit eingebautem MikrofonDonut Robotics

Mund- und Nasenschutz mit Netzanschluss

Krisen sorgen oft dafür, dass sich Neuerungen beschleunigen. Bereits vor der Pandemie hat ein japanisches Unternehmen an Flughäfen Versuche mit Sprachrobotern durchgeführt. Die Notwendigkeit der Menschen, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, sorgte dann aber für einen weiteren Einfall: Eine ganz besondere, nämlich vernetzte Maske, die ähnliche Technik einsetzt. Ono Taisuke ist der Geschäftsführer des Unternehmens, er sagt: „Als Betrieb, der Roboter herstellt, dachten wir darüber nach, was wir tun können und dachten an eine Maske, die sich mit einem Smartphone verbinden kann, die hilft, den Abstand einzuhalten, die Sprache aufzeichnen und übersetzen kann. Wir haben uns entschlossen, eine solche Maske zu fertigen."

In den Mund- und Nasenschutz ist ein Mikrofon eingearbeitet, das das Gesprochene aufzeichnet. Die Aufnahme wird über die drahtlose Verbindung an ein Endgerät übertragen, bei Bedarf verschriftlicht und übersetzt. Ono Taisuke macht's vor: Er spricht Wörter oder ganze Sätze, natürlich mit aufgezogenem Mund- und Nasenschutz, kurz darauf erscheinen diese auf dem Bildschirm seines Telefons.

euronews-Reporterin Charlotte Kan kommentiert: „Der Mensch ist ein soziales Wesen: Technik kann zwischenmenschliche Beziehungen nicht ersetzen. Aber wenn wir uns nicht persönlich treffen können oder Abstand halten müssen, kann die Technik dabei helfen, die Kommunikation ein bisschen zu verbessern."