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Grenzkontrollen: Kilometerlange Staus an deutscher Grenze sorgen für Verstimmung

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Deutschland hat strengere Grenzkontrollen an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol eingeführt
Deutschland hat strengere Grenzkontrollen an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol eingeführt   -   Copyright  Sebastian Kahnert/dpa via AP
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Für viele LKW-Fahrer ist es ein Alptraum. Nachdem Deutschland wegen der hohen Zahl von Coronavirus-Varianten Grenzkontrollen bei der Einreise aus Tschechien und Tirol angeordnet hat, bildeten sich vor den Autobahn-Grenzübergängen in Tschechien kilometerlange Staus. Der Rückstau auf der Autobahn Richtung Dresden (E55/D8) reichte bis zur Ortschaft Ústí nad Labem. Auf der E50/D5 in Richtung Nürnberg gab es eine 20 Kilometer lange LKW-Kolonne.

Seit vergangenem Sonntag dürfen nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis einreisen. Davon ausgenommen sind medizinisches Personal, Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte, sofern sie ihre Einreise zuvor digital angemeldet haben und einen negativen PCR-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Kritik am deutschen Vorgehen aus Österreich

Bei einem Gespräch auf diplomatischer Ebene am Samstag Abend hat Österreich das deutsche Vorgehen kritisiert. Die eingeleiteten Schritte der Grenzkontrollen seien unverhältnismäßig. Sie hätten zudem schwere Auswirkungen auf ganz Österreich und stünden im Widerspruch zu den "Lessons learned" aus dem Frühjahr, wie Außenminister Alexander Schallenberg erklärte.

Zuvor hatte der für Tirol zuständige Landeshauptmann Günther Platter erklärt, einreisende LKW bereits an der italienischen Grenze am Brenner stoppen zu wollen, damit die Region nicht zum "Parkplatz Europas" werde. Der geforderte Corona-Test für LKW-Fahrer sei eine Herausforderung, da viele von ihnen tagelang quer durch Europa reisen.

Mit den Grenzkontrollen will Deutschland das Einschleppen von ansteckenderen Varianten des Coronavirus eindämmen. In Tschechien und in Tirol sind diese Varianten stärker verbreitet als in Deutschland. Auch der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Tirol und Tschechien wurde vorübergehend eingestellt.

Frankreich sorgt sich angesichts deutscher Grenzkontrollen

Unterdessen hat der französische Europa-Staatssekretär Clément Beaune Gespräche mit den Regierungschefs der an Frankreich grenzenden Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg angekündigt. Damit will Beaune "bösen Überraschungen" an der deutsch-französischen Grenze vorbeugen. Beaune will eine Schließung der deutsch-französischen Grenze verhindern. Pendel- und Güterverkehr müsse weiterlaufen.

Zuletzt hatte es auch im ostfranzösischen Département Moselle einen Anstieg der Coronafälle gegeben, die auf die eingeschleppten Varianten zurückzuführen sind.

Frankreich hatte zuletzt rund 16.500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Seit dem Beginn der Pandemie hat es in dem 67-Millionen-Einwohner Land mehr 3.456.000 Infektionen und 81.000 Tote gegeben. Den Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC gab es in Frankreich in den vergangenen 14 Tagen 422,95 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. In Tschechien mit 10,7 Millionen Einwohnern liegt dieser Wert bei 914,58 auf 100.000 Einwohnern. Für Österreich liegt die 14-Tage Inzidenz bei 224,84.