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State of the Union: Warum die NATO so wichtig ist wie noch nie zuvor

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State of the Union: Warum die NATO so wichtig ist wie noch nie zuvor
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Nach Wochen der scharfen Kritik an ihrer Politik der Impfstoff-Anschaffung ging die EU-Kommission diese Woche in die Offensive. Brüssel teilte den Kauf von weiteren 300 Millionen Dosen vom Hersteller Moderna mit.

Und Pfizer BioNtech sagte die Lieferung von weiteren 200 Millionen Dosen an die EU zu. Wenn Europa im nächsten Jahr genügend Dosen hat, soll ein Teil davon an ärmere Länder gespendet werden.

Wenn Europa sich an der Impf-Front ein wenig Luft verschafft hat, so gab es eine große Erleichterung bei der gemeinsamen Verteidigung.

Das virtuelle Treffen der NATO-Verteidigungsminister diese Woche war das erste, an dem die neue Biden-Administration in Washington teilnahm. Und für die Europäer bedeutete das, es wieder mit gleichgesinnten und freundlichen Menschen zu tun zu haben.

Doch die gemeinsamen Probleme sind deswegen nicht verschwunden, allen voran Afghanistan. Die Frage ist, soll die NATO ihre Truppen abziehen, obwohl das Land von neuer Gewalt erschüttert wird?

Dazu das folgende Interview mit dem amtierenden US-Botschafter bei der NATO, Douglas Jones.

Euronews: Präsident Biden hat schnell den Prozess begonnen, das internationale Engagement der USA wiederherzustellen und die Führungsposition der USA neu zu verdienen. Wie stellt sich das bei der NATO dar?

Jones: Präsident Biden sieht sich in der Pflicht, Amerikas Bündnisse wieder zu beleben, und die NATO steht dabei ganz oben auf der Liste. Die NATO-Verbündeten stehen vor einer wachsenden Zahl von Bedrohungen, weswegen die NATO heute so wichtig ist wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

Wir haben ein aggressives Russland, die andauernde Bedrohung durch Terrorismus, wir stehen vor Hybrid- und Cyberangriffen und vor Herausforderungen durch ein selbstbewussteres China. Die USA können mit diesen Bedrohungen nicht allein fertig werden, kein Verbündeter kann das allein.

Euronews: Eine kontroverse Entscheidung von Bidens Vorgänger ist bereits gestoppt worden, nämlich der massive US-Truppenabzug aus Deutschland. Derzeit läuft eine generelle Überprüfung der weltweiten US-Militärpräsenz. Ohne das Ergebnis dieser Prüfung vorwegzunehmen, wie wichtig sind US-Truppen in Europa und ganz besonders Deutschland für die Sicherheit der USA?

Jones: Wie Sie sagen betrifft diese Prüfung nicht nur Europa, sondern das US-Militär weltweit. Dennoch: Die US-Präsenz in Europa bleibt wichtig, weil die USA gegenüber der NATO eine Verpflichtung hat. Und wir sind der transatlantischen Sicherheit verpflichtet und wollen, dass auch die Verbündeten zu dieser Sicherheit beitragen. Für die USA bedeutet das eine Militärpräsenz in Europa.

Euronews: Das dringendste Problem der NATO ist derzeit die Zunahme der Gewalt in Afghanistan. Welche Strategie verfolgt Präsident Biden für dieses Land?

Jones: Dies wird derzeit von den NATO-Verbündeten aktiv diskutiert. Entscheidungen über die US-Präsenz sind noch nicht gefallen. Die USA und ihre Verbündeten wollen sicherstellen, dass Afghanistan niemals wieder als Basis für Terroristen dient, die uns alle dann bedrohen könnten.

Euronews: Eine Idee ist, eine kleine Anti-Terrortruppe in Afghanistan zu halten. Ist das eine seriöse Option?

Jones: Wir glauben, dass der anhaltende diplomatische Prozess der beste Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan ist, und wir alle unterstützen das. Aber noch ist über eine künftige Truppenpräsenz nicht entschieden worden.