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Erster Sinopharm-Einsatz in der EU: "Weniger als ein Flohbiss"

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Erster Sinopharm-Einsatz in der EU: "Weniger als ein Flohbiss"
Copyright  MTI/Rosta Tibor
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Als erstes Mitglied der Europäischen Union verabreicht Ungarn seit Mittwoch die chinesischen und russischen Impfstoffe Sinopharm und Sputnik V.

Die Kampagne ist Teil der Bemühungen des Landes, die Pandemie einzudämmen und die guten Beziehungen zu den beiden Supermächten zu pflegen.

Geimpft wird von Hausärztinnen und Hausärzten wie Melinda Kiss-Végh: "Wenn wir einen Impfstoff anbieten, egal von welcher Firma, sind uns der Zustand und die Krankheiten des Patienten bekannt. Wir kennen das Alter des Patienten, und wir wissen, welcher Impfstoff zu diesem Zeitpunkt verfügbar ist. Mit diesen Fakten können wir entscheiden, ob dieser bestimmte Impfstoff für den Patienten gut ist oder nicht."

Die dritte Coronavirus-Welle hat Ungarn bereits erreicht, und die Situation wird immer schlimmer. Jeden Tag werden Tausende positiv getestet, die täglichen Todesfälle liegen meist bei über hundert. Viele haben Angst vor dem Virus und sind bereit, jeden Impfstoff zu akzeptieren. Andere zögern.

"Drei Freunde sind gestorben"

Ein Mann sagte in seiner Hausarztpraxis gegenüber Euronews, er habe sich erst am Morgen entschieden, zu seinem Termin zu gehen: "Einer meiner Freunde hat mich heute von der Wichtigkeit des Impfstoffs überzeugt. Er hat mir erzählt, dass drei seiner Freunde gestorben sind."

Im Gegensatz zu westlichen Impfstoffen wird das Serum von Sinopharm gleich mitsamt Spritze geliefert. So ist es von Hausärzten und Hauärztinnen einfacher zu handhaben.

Klagen über die Injektion gibt es in dieser Praxis bislang keine. Eine frisch geimpfte Frau sagte: "Das ist weniger als ein Flohbiss, ich habe nichts gespürt."

Kein Freifahrtschein für die EU

Die ungarische Regierung, die immer wieder die schleppende Einführung von Impfstoffen in der EU kritisiert, hofft, Millionen Menschen mit Seren aus dem Osten impfen zu können. Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass das Ausland diese Menschen als geschützt ansehen wird.

Euronews-Reporter Ádám Magyar kommentierte nach seinen Dreharbeiten in Praxen in Budapest: "Wir wissen noch nicht genau, wie andere EU-Mitglieder mit dem Status von Menschen umgehen werden, die mit einem russischen oder chinesischen Impfstoff geimpft sind. Polen hat bereits angemerkt, dass es ihnen die Einreise ohne einen negativen Test oder eine Quarantäne nicht erlauben wird."