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Trotz Gewalt und Corona: Papst fliegt zu historischem Besuch in Irak

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Von Giorgia Orlandi
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Trotz Gewalt und Corona: Papst fliegt zu historischem Besuch in Irak
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Erstmals reist ein Oberhaupt der katholischen Kirche in den Irak. Es ist die erste Auslandsreise des Papstes seit Beginn der Corona-Pandemie. Der Irak leidet wegen der Pandemie auch unter einer schweren Wirtschaftskrise. Zellen der Dschihadisten sind weiter aktiv. Nicht zuletzt die christliche Minderheit hat unter dem Terror radikaler Gruppen schwer gelitten.

Vatikan-Expertin Franca Giansoldati sagt: "Die Reise stellt ein extremes Risiko dar. In einigen Monaten wird im Irak gewählt, das politische Klima ist aufgeheizt, es gibt Terrorangriffe."

Doch warum hat der Papst die Reise nicht abgesagt oder verschoben?

Giansoldati erklärt: "Der Papst wollte auf die Reise nicht verzichten, auch wenn seine Berater im Vatikan es ihm nahegelegt hatten, das Vorhaben zu verschieben, auf Oktober etwa, wenn die Bedingungen besser wären. Ich denke, das liegt auch daran, dass er der christlichen Gemeinschaft vor der Wahl seine Unterstützung zeigen will. “

Als der Papst 2019 in Abu Dhabi war, unterzeichnete er eine Absichtserklärung zum Ausbau des christlich-muslimischen Dialogs. Im Irak wird er nun die Möglichkeit haben, den Dialog auch mit den Schiiten zu verstärken, obwohl die Schiiten im Irak bereits deutlich gemacht haben: eine Absichtserklärung wollen sie nicht unterzeichnen. Die mehrheitlich schiitische Bevölkerung des Iraks ist Umfragen zufolge aber dafür, dass der Papst ihr Land besucht.

Giansoldati meint: “Die Schiiten des Irak haben dem Papst schon mitgeteilt, dass sie kein Papier unterschreiben wollen. Das hatte sich der Papst eventuell erhofft. Aber allein, dass sie sich mit ihm treffen, ist schon ein starkes Symbol."

Kurz vor Beginn seiner viertägigen Irak-Reise hat Papst Franziskus am Donnerstagnachmittag in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore für das Gelingen seines Besuches gebetet.

In dem vom Krieg gezeichneten Land will der Papst ein Zeichen der Hoffnung setzen und die Rolle der Kirche stärken. Besonders den irakischen Christen will er Mut machen.

Das katholische Kirchenoberhaupt fliegt Freitagfrüh nach Bagdad. Der Irak ist das 50. Land, das Franziskus in seinem bald achtjährigen Pontifikat besucht. Er komme als Pilger der Hoffnung, so Franziskus.