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Lukaschenko: Anderer Präsident in Belarus möglich

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Lukaschenko: Anderer Präsident in Belarus möglich
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Alexander Lukaschenko klang bei einem Besuch in einer Fabrik in der Nähe von Minsk versöhnlich.

Nach Jahrzehnten an der Macht eröffnete der Präsident von Belarus/Weißrussland "einem anderen Präsidenten" die Möglichkeit, seinen Posten zu besetzen.

Sie werden andere Präsidenten haben
Alexander Lukaschenko
Präsident von Belarus

Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus:

“Sie werden andere Präsidenten haben. Das garantiere ich Ihnen. Dann werden Sie alles vergleichen und verstehen. Fürs Erste, seien Sie einfach geduldig. Natürlich sind wir nicht alle für immer da. Natürlich gibt es die, die nicht von allem begeistert sind. Aber wir brauchen Geduld. Die meisten Menschen wollen in Ruhe leben. Soziologische Studien zeigen, dass die Menschen im Land Angst haben, Stabilität und Ordnung zu verlieren.”

GESPRÄCHE ZWISCHEN REGIERUNG UND OPPOSITION?

Die belarussische Opposition unter der Führung von Swetlana Tichanowskaja hatte am Freitag bekanntgegeben, dass sie im Mai Gespräche mit der Regierung aufnehmen wolle, nachdem sie einen elektronischen Abstimmungsprozess eingeleitet hatte, um über die politischen Krise des Landes zu verhandeln.

Die Online-Abstimmung seit Donnerstag wird von der unabhängigen Plattform Golos ermöglicht, - sie war im vergangenen Jahr in Belarus gestartet worden, um die Präsidentschaftswahlen vom 9. August zu überwachen.

Laut Golos-Website haben bis zum Donnerstagnachmittag mehr als 200.000 Menschen für die Gespräche zwischen Opposition und Regierung gestimmt.

Swetlana Tichanowskaja, parteilose Oppositionsführerin:

“Fast eine halbe Million Weißrussen haben auf der Golos-Plattform in gerade mal 24 Stunden für die Lösung der Krise durch Verhandlungen gestimmt. Der Ansturm hat sogar das System überlastet, das kann Golos bestätigen.”

Der als „letzter Diktator Europas“ kritisierte Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht zum Sieger der Wahl am 9. August erklären lassen. Die Demokratiebewegung des Landes sieht allerdings Tichanowskaja als wahre Siegerin. Sie ging nach der Wahl ins Exil nach Litauen.

REPRESSION

Möglich, dass bald verhandelt wird. Aber die Repression geht vorerst weiter.

Ein belarussisches Gericht schickte am Donnerstag zwei Journalistinnen wegen Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung ins Gefängnis, nachdem sie über einen Protest gegen den autoritären Präsidenten berichtet hatten.

Das Gericht in der belarussischen Hauptstadt Minsk verurteilte zwei Mitarbeiterinnen des polnisch finanzierten Fernsehsenders Belsat, Katsiaryna Bakhvalava (27), die unter dem Namen Andreyeva bekannt ist, und Daria Chultsova (23), zu zwei Jahren Haft.

su mit dpa