Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

"Spektakulär": Ärztin in der Schweiz behandelt Covid-19 mit Opaganib

Luzerner See - Symbolbild
Luzerner See - Symbolbild   -   Copyright  Urs Flueeler/AP
Schriftgrösse Aa Aa

Nicht nur in der Schweiz erregt die Aussage einer Hausärztin aus Luzern Aufsehen, die das offiziell noch nicht zugelassene Medikament Opaganib an zwei Covid-19-Patientinnen getestet hat.

Eine der beiden Frauen hatte sich mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus infiziert, und es ging der 49-Jährigen sehr schlecht. Nachdem die Ärztin Andrea Ludwig sie mit Opaganib behandelt hatte, ging es der Patientin offenbar innerhalb von drei Tagen viel besser. Die Medizinerin äußert sich in der Luzerner Zeitung begeistert: "Das Resultat mit Opaganib als Zusatztherapie ist spektakulär."

Die zweite Patientin war eine 82-Jährige, die sich mit der brasilianischen Variante des Coronavirus angesteckt hatte. Wie 20min.ch berichtet, ging es auch dieser Frau nach der Behandlung mit dem eigentlich zur Krebstherapie entwickelten Medikament rasch besser.

Gegenüber 20min.ch sagte Dr. Andrea Ludwig: "Bisher habe ich fünf Patienten mit Opaganib behandelt und bei jedem konnte das gleiche Ergebnis erzielt werden. Meine Patienten erholten sich innert weniger Tage. Sie konnten zudem wenige Tage danach alle negativ auf Corona getestet werden."

In einer Mitteilung hat das Unternehmen RedHill Biopharma am 22. März 2021 bekannt gegeben, dass es einem Antrag auf ambulante Opaganib-Behandlung im Rahmen einer "compassionate use"-Ausnahme für mehrere Schweizer Patienten, die an Covid-19 leiden, entsprochen hat. "Compassionate use" bedeutet, dass ein Medikament bei schweren Krankheitsverläufen eingesetzt werden darf, wenn die zugelassenen Arzneimittel nicht ausreichen.

Zu dem Medikament heißt es vom Hersteller: "Opaganib ist ein neuartiger, oral verabreichter Sphingosinkinase-2 (SK2)-Inhibitor mit nachgewiesener dualer entzündungshemmender und antiviraler Aktivität, der auf eine menschliche Zellkomponente abzielt, die an der viralen Replikation beteiligt ist, und von dem daher erwartet wird, dass er gegen neu auftretende virale Varianten mit Mutationen im Spike-Protein wirksam ist."

Gilead Raday, der Chief Operating Officer von RedHill Biopharma, sagte: "Wir tun weiterhin alles, was wir können, um Patienten und ihre behandelnden Ärzte zu unterstützen, die Behandlungsoptionen für Covid-19 benötigen. Nachdem wir kürzlich positive Phase-2-Daten mit Opaganib in den USA verzeichnet haben, ist unsere laufende globale Phase-2/3-Studie mit Opaganib für schwere Covid-19-Erkrankungen mit 464 Patienten nun zu mehr als zwei Dritteln abgeschlossen."

Andere Schweizer Ärzte - wie Philipp Kaiser vom Luzerner Kantonsspital - zeigten sich kaum interessiert am Einsatz von Opananib, da die Wirksamkeit des Medikaments bisher nicht belegt sei.