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Blinken erörtert Truppenabzug in Kabul - Taliban drohen USA

Von Euronews mit dpa
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Antony Blinken traf in Kabul überraschend mit der afghanischen Führung zusammen
Antony Blinken traf in Kabul überraschend mit der afghanischen Führung zusammen   -   Copyright  Sapidar Palace via AP
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US-Außenminister Antony Blinken hat bei einem Überraschungsbesuch in Afghanistan Gespräche über den Truppenabzug geführt.

Gegenüber Präsident Aschraf Ghani und Regierungschef Abdullah Abdullah versicherte Blinken, dass der Rückzug von US-Soldaten die strategischen Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht beeinträchtigen werde.

Nach den USA hatte am Mittwoch auch die Nato den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan angekündigt. Die USA wollen den Abzug bis zum 11. September abschließen, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge von New York und Washington.

Blinken sagte in Kabul, man schlage ein neues Kapitel auf. Es sei ein Kapitel, das man zusammen schreiben werde: "Wir werden dem afghanischen Volk zur Seite stehen, auch durch wirtschaftliche Investitionen und Entwicklungshilfe, während das Land auf eine wohlhabendere Zukunft hinarbeitet. Wir werden weiterhin die Zivilgesellschaft unterstützen und uns für die Gleichberechtigung der Frauen einsetzen, einschließlich ihrer sinnvollen Beteiligung an den laufenden Verhandlungen und ihrer gleichberechtigten Vertretung in der gesamten Gesellschaft."

Kabul: Sorgen um Taliban-Reaktion

Das von Ex-Präsident Donald Trump und den radikal-islamischen Taliban unterzeichnetes Abkommen von Doha beinhaltet einen Truppenabzug bis 1. Mai. Auch deshalb ist die Stimmung in Kabul angespannt.

Ein Passant meinte: "Bevor die US-Truppen hierher kamen, hatten wir keine Probleme mit unserem Leben. Das US-Militär ist schon sehr lange hier. Wenn es sich komplett zurückzieht, können sich die Menschen wieder vereinen und ihr Leben wieder in Frieden leben."

Eine Frau in Kabul äußerte sich anders: "Ich bin sehr besorgt, dass der Einfluss der Taliban zunehmen könnte, wenn die Truppen abziehen. Das könnte die Teilnahme der Frauen an der Gesellschaft einschränken."

Den Soldaten der Afghanistan-Koalition könnten noch schwierige letzte Monate bevorstehen. Die Taliban forderten die USA und andere Länder auf, Afghanistan "ohne weitere Ausreden sofort" zu verlassen. Man fühle sich durch die Abkommensverletzung berechtigt, jegliche notwendige Gegenmaßnahme zu ergreifen. An die Vereinten Nationen appellierten die Islamisten, Druck auf die USA auszuüben.