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US-Präsident Biden erkennt Völkermord an Armeniern an

Von Euronews
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US-Präsident Biden erkennt Völkermord an Armeniern an
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US-Präsident Joe Biden hat das Massaker an der armenischen Bevölkerung vor mehr als 100 Jahren im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet.

"Das amerikanische Volk ehrt all jene Armenier, die in dem Völkermord, der heute vor 106 Jahren begann, umgekommen sind", hieß es in einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung Bidens an diesem Samstag.

Dies hatte hatte Biden bereits im Wahlkampf versprochen. Er betonte damals, "Schweigen ist Mittäterschaft".

Ebenfalls als Kandidat hatte Biden außerdem einen härteren Kurs gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angekündigt, den er einen "Autokraten" nannte, der einen Preis für sein Verhalten zahlen werde.

Warnung aus Ankara

Die türkische Regierung hatte die US-Regierung vor einem solchen Schritt gewarnt. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte dem Sender Habertürk kürzlich gesagt, sollten die Vereinigten Staaten die Beziehungen zum Nato-Partner Türkei weiter verschlechtern wollen, dann sei das ihre Entscheidung.

Auf Twitter schrieb er, Aussage Bidens basiere "nur auf Populismus. Wir haben nichts von niemandem über unsere eigene Vergangenheit zu lernen. Politischer Opportunismus ist der größte Verrat an Frieden und Gerechtigkeit.»".

Bereits 2019 hatte der US-Kongress die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anerkannt.

Die Regierung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump betonte anschließend, die rechtlich nicht bindende Resolution ändere nichts an der Haltung der US-Regierung. Biden-Vorgänger Trump hatte "von einer der schlimmsten Massen-Gräueltaten des 20. Jahrhunderts" gesprochen, das Wort Völkermord aber - wie andere US-Präsidenten auch - vermieden.

Armenien: "große Begeisterung"

Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan begrüßte Bidens Worte. "Das armenische Volk und alle Armenier der Welt haben Ihre Botschaft (...) mit großer Begeisterung erhalten», sagte er laut Mitteilung.

Paschinjan sprach von «einem mächtigen Schritt auf dem Weg der Wahrheit und der historischen Gerechtigkeit" sowie von einer "unschätzbaren Unterstützung für die Nachkommen der Opfer des Völkermords".

Massaker an den Armeniern

Während des Ersten Weltkriegs waren Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.