Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Dänemark streicht Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

euronews_icons_loading
Dänemark streicht Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson
Copyright  euronews
Schriftgrösse Aa Aa

Die dänische Regierung hat entschieden, den Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson aus dem Impfprogramm zu streichen. Die Vorteile einer Impfung könnten das Risiko möglicher Nebenwirkungen in Form schwerer Blutgerinnsel nicht ausgleichen, hieß es in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im April einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Johnson & Johnson Präparat und seltenen, aber schweren Fällen von Blutgerinnseln festgestellt. Zuvor war so ein Zusammenhang auch bei der Vergabe des AstraZeneca-Impfstoffs Vaxzevria festgestellt worden.

Obwohl die EMA den Einsatz beider Mittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter empfiehlt, entschied sich Dänemark, den AstraZeneca-Wirkstoff aus dem Impfprogramm zu nehmen. Eine politische Mehrheit im Parlament hat sich am Montag dafür ausgesprochen, dass Vaxzevria an Freiwillige verabreicht werden kann.

Dass nun zwei Präparate aus dem Impfprogramm fallen, wird der Gesundheitsbehörde zufolge Auswirkungen auf den Impfkalender haben. Die 25- bis 39-Jährigen müssten damit rechnen, vier Wochen später ihre erste Dosis zu bekommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist vor allen Dingen besorgt über die ärmeren Länder, die keine "signifikante Verringerung" der Coronavirus-Fälle verzeichnen und kaum Zugang zu Impfstoffen haben.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte an die G7-Länder: "Bei der Finanzierung fehlen im Moment 19 Milliarden US-Dollar. Wir schätzen, dass wir im nächsten Jahr weitere 35 bis 45 Milliarden US-Dollar benötigen werden, um die meisten Erwachsenen auf der ganzen Welt zu impfen. Die G7-Länder könnten einen beträchtlichen Teil dieser Summen mobilisieren."

Der frühere britische Premierminister Gordon Brown erklärte gegenüber der WHO, er wolle, dass die G7-Länder einen 60-Milliarden-Dollar-Fonds zur Unterstützung armer Länder bei der Gesundheitsversorgung einrichteten.