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Prozess zum Tod eines Gefreiten (23): "Tut mir leid, Arthur"

Angeklagter Nordahl Lelandais (links) vor dem Gericht in Chambéry
Angeklagter Nordahl Lelandais (links) vor dem Gericht in Chambéry   -   Copyright  PHILIPPE DESMAZES/AFP
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In Chambéry in den französischen Alpen steht der wegen mehrerer sexueller Angriffe gegen kleine Mädchen und wegen Mordes angeklagte Ex-Soldat Nordahl Lelandais vor Gericht. Bei der Verhandlung geht es um den Tod des Gefreiten Arthur Noyer im April 2017.

Der inzwischen 38-jährige Lelandais soll bei einer Befragung gestanden haben, im August 2017 die 8 Jahre alte Maëlys vergewaltigt und getötet zu haben. Das Mädchen war von einer Hochzeitsfeier verschwunden. Zudem soll der Angeklagte weitere Mädchen vergewaltigt oder sexuell belästigt haben.

Der Angeklagte gibt zu, den damals 23-Jährigen am Abend des 11. April 2017 in Chambéry in seinem Auto mitgenommen zu haben. Nach Angaben von Lelandais gab es dann einen Streit um Noyers vermeintlich gestohlenes Handy. Der junge Mann bezichtigt den Älteren, ihm das Mobiltelefon weggenommen zu haben, die beiden schlagen sich. Lelandais habe Noyer einen Fausthieb verpasst, der ihn K.O. schlug. Erst später will der Angeklagte bemerkt haben, dass Noyer keinen Puls mehr hatte, Lelandais habe versucht, ihn per Herzmassage wiederzubeleben.

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Nordahl Lelandais bei der Verhandlung in ChambéryMARIE WILLIAMS/AFP

Später habe Nordahl Lelandais die Leiche in den Kofferraum gesteckt, er sei herumgefahren, um eine ruhige Stelle zu finden.

Mit Blick auf ein Foto von Arthur Noyer, das die Familie des Toten mitgebracht hat, sagt Nordahl Lelandais vor Gericht unter Tränen: "Tut mir leid Arthur, ich weiß, dass du mir heute gegenüberstehst, ich erzähle, was passiert ist. Es tut mir leid für seine Familie, wenn sie hört, was ich sage, aber ich sage die Wahrheit."

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Der Bruder und die Eltern von Arthur Noyer mit dem Foto des TotenPHILIPPE DESMAZES/AFP

Am zweiten Prozesstag in Chambéry waren auch vier ehemalige Freundinnen von Nordahl Lelandais und ein Sexualpartner befragt worden. Der junge Mann sagte, er habe sich von Lelandais nicht bedroht gefühlt. Eine ehemalige Lebensgefährtin erklärte aber, nach dem Ende der Beziehung habe er sie gemobbt und wegen seiner Drohungen habe sie zwei Klagen eingereicht.

Eine andere junge Frau meinte, sie habe noch lange darunter gelitten, dass sie im Alter von 17 Jahren - vor allem um ihre Eltern zu ärgern - eine sexuelle Affäre mit Nordahl Lelandais hatte.

Der Angeklagte war Hundeführer bei der französischen Armee, wurde aber 2005 wegen psychischer Probleme entlassen. Seine Schäferhunde durfte er damals mitnehmen, er versuchte sich dann in der Hundezucht. Nordahl Lelandais lebte vor seiner Festnahme wieder in Domessin im Département Savoie. Inzwischen ist er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.