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Wolle aus Hundehaaren: Besser als Cashmere

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Von Renato Tedesco  & FRFT
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Chiengora
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Ein haarender Hund? Lange klagten Hundehalter über die vielen Haare ihrer vierbeinigen Freunde, doch in Berlin sammeln Frauchen und Herrchen jetzt das Haar, denn daraus wird Wolle gemacht, und nicht irgendeine. Eine noble Textilfaser mit dem Namen Chiengora entsteht. Besser als Angora, wärmer als Schaf, und auch viel viel teurer. Eine Start-up-Firma in Berlin, Modus Intarsia, fertigt aus den Hundehaaren nicht nur Wolle, sondern auch Kleidung.

Ann Cathrin Schönrock von Modus Intarsia zeigt, was sie trägt: "Das ist eine Strickjacke, sie ist auch aus Chiengora, sie ist 80 Prozent wärmer als Schafwolle, es ist eine Edelfaser vergleichbar mit Cashmere und erinnert in der Haptik an Angora."

Modus Intarsia ist ein Unternehmen, das gut ist für die Umwelt und gut für das Tierwohl.

Franziska Uhl von Modus Intarsia sagt: "Wir halten Tiere am anderen Ende der Welt, nur um das Ganze dann nach Europa zu importieren, Tiere werden missbraucht für die Wolle, und dabei haben wir hier die Wolle vor der Haustür."

Allerdings muss man für die Kleidung aus Chiengora tief in die Tasche greifen. Eine Mütze kostet 50 Euro, ein großer Einwickelschal 600 Euro. Und ein Kissenüberzug gut 150 Euro.

Nicht nur wegen des Preises sind nicht alle von der Hundewolle überzeugt. Ein Berliner meint: "Das ist einfach nur mein Bauchgefühl. Ein Hund ist ein Hund, da möchte man nichts essen und nichts tragen."

Doch ein anderer findet es in Ordnung: "Ja, klar, wieso nicht, bevor es im Müll landet."

Der nächste Winter kommt bestimmt und die junge Firma in Berlin sammelt kiloweise Hundehaar. Sie können die ausgekämmten Haare Ihres Lieblings auch per Post an die Firma schicken.