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Großbritannien schiebt EU-Bürger ab

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Von Julika Herzog
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Großbritannien schiebt EU-Bürger ab
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In Großbritannen sind mehrere EU-Bürger bei ihrer Ankunft am Flughafen verhaftet und bis zu ihrer Ausweisung in Einwanderungszentren festgehalten worden.

Mindestens 30 EU-Bürger aus fünf Ländern sollen seit Januar betroffen sein, darunter auch Deutsche.

Seit dem Brexit dürfen EU-Bürger nicht mehr ohne Arbeitsvisum in Großbritannien arbeiten. Doch eigentlich ist ihnen die Einreise für Vorstellungsgespräche erlaubt, erklärt die Anwältin Araniya Kogulathas von der NGO Bail for Immigration Detainees:

"Wenn Sie sich die Webseite der britischen Regierung ansehen, finden Sie dort die Einwanderungsbestimmungen und es ist sehr klar formuliert, dass Sie an Vorstellungsgesprächen oder Arbeitskonferenzen teilnehmen können. Es scheint jedoch so zu sein, dass EU-Bürger, wenn sie einreisen, um genau diese Dinge zu tun, an der Grenze festgehalten werden. Ihnen wird die Einreise verweigert und ihnen wird gesagt, dass sie ein Arbeitsvisum beantragen müssen. Es gibt Unstimmigkeiten und Unklarheiten, was dazu führt, dass Menschen ihrer Freiheit beraubt werden."

In einer Erklärung der EU-Kommission gegenüber Euronews heißt es, dass die Inhaftierungen nicht Teil eines allgemeinen Trends sind, aber dennoch Anlass zur Sorge geben und dass die Kommission in dieser Angelegenheit bereits mit dem britischen Innenministerium in Kontakt gestanden habe. Das Ministerium habe die Grenzbeamten nun angewiesen, die Inhaftierung von EU-Bürgern ohne Arbeitsvisum einzustellen.

EU-Diplomaten zeigten sich besorgt, dass EU-Bürger teilweise bis zu sieben Tage in Einwanderungszentren festgehalten wurden, bevor sie in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, anscheinend vorallem junge Frauen auf der Suche nach Au-Pair- oder anderen zeitlich begrenzten Jobs. Für viele eine traumatische und demütigende Erfahrung.

Weitere Quellen • The Guardian, Politico