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Mehr Lärm als extrem Rechts: Virologe Marc Van Ranst (55) unter Polizeischutz

Marc Van Ranst - ARCHIV
Marc Van Ranst - ARCHIV Copyright Francisco Seco/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Von Euronews mit AFP, AP, Paris Match
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Coronavirus-Experte und Berater der Regierung in Belgien muss mit seiner Familie versteckt leben, weil der Ex-Militär, der ihn bedroht, noch immer nicht gefasst ist.

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In Belgien muss der Virologe und Coronavirus-Experte Marc Van Ranst mit seiner Familie unter Polizeischutz leben - versteckt - in einem sogenannten "safe house". Der schwer bewaffnete Ex-Militär, der dem Professor in der Nähe seines Hauses aufgelauert und ihn mehrfach bedroht hatte, ist trotz wochenlanger Suche noch immer nicht gefasst.

Doch Marc Van Ranst lässt sich keine Angst machen. Der Professor der Katholischen Universität Leuven (Löwen) kann Interviews nur noch per Telefon geben, er arbeitet im Homeoffice - per Videokonferenz.

Aber der 55-Jährige twittert weiter - und er sagt, was er denkt - vor allem über die extreme Rechte und die Impfgegner, die ihn bedrohen. Unterstützung bekommt Marc Van Ranst von fast allen politischen Seiten - sogar der König von Belgien hat ihn angerufen - darüber darf der Mediziner allerdings nicht sprechen. Er muss die Regeln, die die Sicherheitskräfte Van Ranst und seiner Familie auferlegen, befolgen.

Wir müssen die extreme Rechte schonungslos anprangern und auch Lärm machen.

Im Gespräch mit PARIS MATCH meint Marc Van Ranst: "Heute schreit die extreme Rechte sehr laut und es scheint für sie zu funktionieren. Wir müssen die extreme Rechte schonungslos anprangern, auch Lärm machen."

Ich kann seine Unterstützer in Belgien nicht verstehen, die mich tot sehen wollen.

Ein bisschen die Geduld verliert der Virologe unter Polizeischutz schon. Besonders für seinen Sohn scheint es hart zu sein. Van Ranst erklärt: "Ich kann einen Soldaten wie C. verstehen, der nach einem Einsatz unter einem Trauma leidet. Aber ich kann seine Unterstützer in Belgien nicht verstehen, die mich tot sehen wollen." Der 46-jährige Ex-Militär, der Van Ranst bedroht, war in Bosnien, im Irak und in Afghanistan. Und er gehört offenbar zur rechtsextremen Szene.

Obwohl (oder weil?) seit Wochen nach dem Bewaffneten gefahndet wird, hat er offenbar Zehntausende Anhänger - vor allem in den sozialen Medien. Marc Van Ranst sagt: "Ich kann nicht verstehen, warum irgendjemand diese Gewalt unterstützen würde. Mindestens 50.000 Menschen, die denken, dass er ein Held ist und dass er das Recht hat, mich töten zu wollen, ist irrsinnig und gefährlich."

Wie VRT berichtet, hat sich Van Ranst Ende Mai mit den rechtsradikalen Anhängern des Typen, der ihn bedroht, auf dem Kanal Telegram einen Schlagabtausch geliefert. Doch das hielt selbst der streitbare Virologe im Nachhinein für keine gute Idee.

Wortgefecht mit Impfgegner Willem Engels aus den Niederlanden

Nicht nur in Belgien werden Coronavirus-Experten und Berarter:innen der Regierung wüst beschimpft und bedroht. Auf Twitter lieferte sich Marc Van Ranst auch ein virtuelles Wortgefecht mit dem niederländischen Impf-Gegner Willem Engel, Begründer der Coronaleugern-Gruppe "Viruswaarheid".

Engels twitterte, dass Van Ranse in Wirklichkeit für sein Unglück selbst verantwortlich sei, weil er als führender Virologe, der für die Regierung arbeitet, mitschuldig an der "Pandemie der Angst" gewesen sei.

Weil Engels eigentlichTanzlehrer ist, antwortete Van Ranst: "Wenn es eine Salsa-Pandemie gibt, werde ich Ihnen gerne zuhören. Aber im Moment interessiert es mich einen Dreck, was Sie zu sagen haben, und das sollte in den Niederlanden auch niemand."

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