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51% Delta-Variante in Portugal: Umgehen Urlauber die Quarantäne?

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Von Euronews mit AFP, dpa
Strand in Cascais in Portugal - Deutschland verschärft Reiseregeln für das Land
Strand in Cascais in Portugal - Deutschland verschärft Reiseregeln für das Land   -   Copyright  Armando Franca/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Die deutschen Gesundheitsbehörden stufen auch Russland und Portugal ab Dienstag, den 29. Juni, als Virusvariantengebiet ein - wie zuvor Großbritannien, Indien, Brasilien, Südafrika und mehrere andere Staaten. Für Portugal gelten die verschärften Regeln - die auch bedeuten, dass nur noch Deutsche und Personen mit Aufenthaltserlaubnis von dort einreisen dürfen - zunächst für 14 Tage.

Die Delta-Variante, die ansteckender als das ursprüngliche Coronavirus ist, betrifft mehr als 51% der neuen Fälle in Portugal und mehr als 70% in der Region der Hauptstadt Lissabon. Im Norden des Landes ist weiterhin die Alpha-Variante dominierend. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in ganz Portugal bei 83,9.

Die Gesundheitsbehörden in Dänemark melden, dass der erste Fall der Delta ¨Plus Variante im Land ein Flugpassagier aus Portugal war. Darüber berichtet auch Jornal de Noticias.

In den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Gemeinden wie in Lissabon sind die Öffnungszeiten und Kapazitäten von Restaurants und Geschäften reduziert worden.

An diesem Wochenende gelten auch wieder Bewegungsbeschränkungen zwischen dem Großraum Lissabon und dem Rest des Landes.

Offenbar holen Reiseanbieter wie Olimar aus Köln Hunderte Urlauberinnen und Urlauber vor dem Inkrafttreten der neuen Quarantäne-Regel aus Portugal zurück. Einreisende aus Virusvariantengebieten müssen in Deutschland 14 Tage in Isolation - egal ob sie von Covid-19 genesen oder vollständig geimpft sind. Die Quarantäne kann nicht wie bei der Einreise aus Risikogebieten am 5. Tag durch einen negativen Test verkürzt werden.

Laut dem Chef von Olimar Pascal Zahn wollen aber etwa 10 Prozent der Portugal-Urlauberinnen und -Urlauber lieber länger in den Ferien bleiben.

Die komplette Liste der Risikogebiete des Robert Koch-Institut finden Sie hier.

Eine einheitliche europäische Regelung,wie sie zuletzt Angela Merkel gefordert hatte, gibt es weiterhin nicht.

"Ich bedauere die Entscheidung Deutschlands", sagte Außenminister Augusto Santos Silva gegenüber der Agentur Lusa. "Es gibt Regionen, in denen die Situation in Bezug auf Covid-19 besorgniserregend ist, aber in anderen ist dies nicht der Fall."

Nach Schätzungen des Deutschen Reiseverbandes DRV machen zur Zeit etwa 1000 Deutsche in Portugal Urlaub. Viele wurden von der Entscheidung des RKI überrascht.

Zuvor hatte Großbritannien die Einreiseregeln aus Portugal verschärft und damit für die Wut vieler Touristinnen und Touristen gesorgt.