Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Cannes: Goldene Palme für "Titane", Spike Lee sorgt für Chaos

euronews_icons_loading
Cannes: Goldene Palme für "Titane", Spike Lee sorgt für Chaos
Copyright  Mathieu Rocher, Euronews
Von Euronews mit dpa
Schriftgrösse Aa Aa

Die Goldene Palme von Cannes geht an den feministischen Horrofilm "Titane" der Französin Julia Ducournau. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte der Filmfestspiele, dass ein Werk einer Regisseurin mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wird.

"Titane" bester Film

1993 hatte „Das Piano“ der Neuseeländerin Jane Campion die wichtigste Trophäe abgeräumt. "Titane" ist Julia Ducournaus zweiter Spielfilm.

Im Euronews-Interview gibt sich die Regisseurin selbstkritisch: "Wenn ich an die anderen Filme denke, die im Laufe der Jahre die Goldene Palme bekommen haben, in meiner Kindheit, meiner Teenagerzeit, im Erwachsenenalter, dann sind sie für mich alle von einer Art Perfektion umhüllt – ob ich sie mag oder nicht. Allen Regisseure und auch der weiblichen Regisseurin, die vor mit die Goldene Palme bekommen hat, ging es aber wahrscheinlich wie mir jetzt. Ich glaube, man kann seinen eigenen Film nicht für perfekt halten, das ist nicht möglich."

"Titane" erzählt von einer jungen Frau, die sich in kein Raster pressen lassen will. Sie bringt Menschen um, die sich ihr in den Weg stellen und gibt s ich sc hließlich als Mann aus, um der Polizei zu entkommen.

Jury-Präsident Spike Lee leistete sich bei der Preisverleihung einen riesigen Fauxp. Eigentlich sollte er als Erstes den Preis für den besten männlichen Darsteller verlesen. Stattdessen aber verkündete er die Siegerin der Goldenen Palme – also die Krönung des Abends.

Renate Reinsve beste Schauspielerin

Die Norwegerin Renate Reinsve gewann den Preis als beste Schauspielerin. In Joachim Triers "The Worst Person in the World" spielt sie eine junge Frau namens Julie, die ihren Platz im Leben sucht. Das Liebesleben von Julie wird in 12 Kapiteln erzählt, die abwechselnd lustig und dramatisch sind.

"Dieser Preis gehört genauso Joachim Trier, weil er einfach ein großartiger Regisseur ist", sagt Reinsve. "Er macht alles und jeden um ihn herum so viel besser, er hat mich so viel besser gemacht. Das hier passiert alles dank ihm, wirklich."

Caleb Landry Jones bester Schauspieler

Als bester Schauspieler wurde der US-Amerikaner Caleb Landry Jones für seine Leistung in "Nitram" des Australiers Justin Kurzel ausgezeichnet. "Nitram" basiert auf einem Massaker, das in den 90er Jahren in Australien von einem jungen Mann mit Borderline verübt wurde.

"Die Filme, die mich begeistert und zum Schauspielern gebracht haben, kamen fast alle aus Europa", erklärt Landry Jones und lacht. "Es bedeutet mir also verdammt viel, hier zu sein und diesen Preis entgegenzunehmen und ganz besonders für diesen Film."