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Die Küste brennt, die Alpen saufen ab

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Von Manuela Scarpellini
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Die Küste brennt, die Alpen saufen ab
Copyright  Ismail Coskun/IHA
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Der östliche Mittelmeerraum leidet unter Hitze und Bränden, die Alpen werden von Überschwemmungen geplagt. Beide Wetterextreme haben eine gemeinsame Ursache.

Türkei

In den türkischen Urlaubsregionen am Mittelmeer kämpfen Feuerwehrleute am fünften Tag in Folge weiter gegen die verheerenden Waldbrände. Dutzende Dörfer mussten evakuiert werden, darunter auch in der Ferienregion Antalya.

In der Touristenhochburg Bodrum wurden am Wochenende mehr als 1 000 Menschen mit Booten vor den Flammen in Sicherheit gebracht, eine Rettung auf dem Landweg war nicht mehr möglich. Mindestens acht Menschen sind bei mehr als 100 Bränden seit Anfang der Woche ums Leben gekommen.

Italien

Während der Norden Italiens dank massiver Regenfälle absäuft, gibt es allein auf Sizilien 250 Brände. Auf Sizilien kämpften am Sonntag mehr als 800 Feuerwehrleute weiter gegen die verheerenden Waldbrände, mehr als 650 Mal sei man zu Waldbränden ausgerückt, teilte die Feuerwehr mit. Löschflugzeuge flogen Einsätze nicht nur in Sizilien, sondern auch in Kalabrien und der Adria-Region Apulien.

Griechenland

Bei einem gewaltigen Feuer auf dem griechischen Peloponnes meldet der Zivilschutz vom fünf Verletzte und ein Dutzend zerstörter Häuser. Innerhalb von 24 Stunden waren auf der Halbinsel 56 Brände ausgebrochen, die meisten waren jedoch rasch unter Kontrolle gebracht worden. Mindestens 16 Menschen wurden wegen Atemwegsbeschwerden in Krankenhäusern der Halbinsel Peloponnes behandelt, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Nachdem die Hitze in den vorigen Tagen bis 43 Grad erreichte, wurden am Sonntag in Griechenland Temperaturen um 45 Grad erwartet. Nachts lagen die Werte vor allem in den Ballungszentren über 30 Grad. Städte öffneten klimatisierte Hallen für die Einwohner, die zu Hause keine Klimaanlage haben.

Der Norden säuft ab

Ganz anders war die Lage im Alpenraum: Im Norden Italiens sorgten heftige Regenfälle etwa in Südtirol für Überschwemmungen und umgestürzte Bäume. In Österreich richteten Unwetter Schäden an, in der Steiermark waren nach Murenabgängen Straßen gesperrt. In Niederösterreich führten Regen, Hagel und orkanartige Windböen zu Überflutungen.

Tief Ferdinand

Während der östliche Mittelmeerraum von Hitze geplagt wird, bleibt es in Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes unbeständig und kühl. Ursache ist Tief «Ferdinand», das von der Nordsee zum Baltikum zieht und kühle Meeresluft nach Deutschland bringt. Dem östlichen Mittelmeer hingegen bescheren seine Ausläufer hohe Temperaturen, denn sie lassen heiße Luft direkt aus Afrika nach Italien, Griechenland und in die Türkei strömen.