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Papst in Ungarn und der Slowakei: Offenheit, Toleranz, Europa

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Von su mit dpa
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Papst Franziskus bereist Ungarn und die Slowakei
Papst Franziskus bereist Ungarn und die Slowakei   -   Copyright  Zoltan Mathe/MTVA - Media Service Support and Asset Management Fund
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Papst Franziskus hat sich auf seinem Kurzbesuch in Budapest mit lobenden Worten an die Menschen in Ungarn gewandt und zu Offenheit und respektvollem Umgang aufgerufen. Er sprach mit Ministerpräsident Viktor Orban – spannend, denn Ungarn verfolgt eine Anti-Migrationspolitik. Franziskus fordert immer wieder Hilfe für Flüchtlinge.

Mit Zehntausenden feierte der Pontifex am Sonntagvormittag auf dem Heldenplatz in Budapest die Abschlussmesse zum 52. Internationalen Eucharistischen Kongress - ein wichtiges Treffen in der katholischen Kirche und Anlass für Franziskus' Besuch. Behörden zufolge waren 100.000 Menschen auf dem Platz.

OFFENHEIT, TOLERANZ....

Papst Franziskus:

„Das wünsche ich euch: dass das Kreuz eure Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft ist. Religiöse Gefühle waren das Lebenselixier dieser Nation, die so an ihren Wurzeln hängt. Doch das in die Erde gepflanzte Kreuz lädt uns nicht nur ein, gut verwurzelt zu sein, es erhebt sich auch und breitet seine Arme für alle aus".

Er warb bei den Bischöfen Ungarns um Verständnis für Diversität, bei den Ungarn für Offenheit.

WASSER AUF DEN OPPOSITIONS-MÜHLEN

Die Stadtverwaltung von Budapest ließ derweil Plakate mit Franziskus-Zitaten aufstellen, die auch als Anspielungen auf die Zustände in Orbans Ungarn verstanden werden konnten. Die Aussagen
standen im Zusammenhang mit Homosexualität und Machtmissbrauch. Franziskus hatte vor Jahren gesagt: «Missbrauch ist eine schwerwiegende Verletzung der Menschenwürde, die wir nicht zulassen
können und gegen die wir weiter ankämpfen müssen.» Oder: «Wenn einer schwul ist und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen?» Die Stadt Budapest wird seit Ende 2019 von einem Parteienbündnis regiert, das in Opposition zur Orban-Regierung steht.

...UND GEMEINSCHAFTSGEFÜHL IN EUROPA

In der gleichen Tonlage wie in Budapest ging es gleich weiter in der Slowakei, dem nächsten Reiseziel des Papstes: Hier wünschte sich Franziskus ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl in Europa. «Wie können wir sonst auf ein Europa hoffen, das seine christlichen Wurzeln wiederentdeckt, wenn wir die ersten sind, welche die ursprüngliche volle Gemeinschaft vermissen lassen?», fragte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntagabend bei einem ökumenischen Treffen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.

su mit dpa