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Imam fordert von den Taliban mehr Schutz vor dem IS

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Von Euronews  mit dpa
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Imam fordert von den Taliban mehr Schutz vor dem IS
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Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf eine schiitische Moschee in der südafghanischen Stadt Kandahar hat sich die Terror-Miliz IS zu der Tat bekannt. Ein Selbstmordattentäter hatte mindestens 47 Menschen in den Tod gerissen, etwa 70 wurden verletzt.

Erst eine Woche zuvor hatte es in Kundus einen ähnlichen Anschlag auf eine Moschee der schiitischen Minderheit gegeben. Dabei kamen mehr 40 Menschen ums Leben, mehr als 140 weitere wurden verletzt. Auch diesen Anschlag hatte der IS für sich reklamiert.

Zwei schwere Anschläge innerhalb einer Woche

Ein prominenter Imam in Kabul forderte strengere Sicherheitsvorkehrungen in Moscheen. "Wir sind besorgt über diese Situation. Natürlich ist die Tötung unschuldiger Menschen während des Gottesdienstes mit keiner religiösen Überzeugungen zu rechtfertigen. Wir lehnen das ab", so Mohammad Reza Muzaffar, Imam der Sadeqiya Moschee in Kabul.

Zwei IS-Kämpfer sollen die Wachposten der Moschee getötet haben, bevor sie mitten unter den Gläubigen ihre Sprengstoffwesten zur Explosion brachten.

"Wir fordern das Islamische Emirat dringend auf, das Leben unserer Leute zu schützen", sagt Assadullah Khan, ein Angehöriger eines Opfers. "Dieser Vorfall ist nicht auf einem Markt passiert. Sie wurden angegriffen, während sie beteten. Wenn es wegen dieses Angriffs keine Massengebete mehr geben sollte, was ist das dann für ein Islam? Was ist die Bedeutung des Islamischen Emirats?"

Der IS ist seit etwa 2015 in Afghnistan aktiv und mit den Taliban verfeindet, obwohl beide Gruppen aus sunnitischen Muslimen bestehen und sich ideologisch nahestehen. Der IS betrachtet schiitischen Muslime als abzulehnende Andersgläubige.