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Taliban stürzen Afghanistan in die Krise - und der Winter kommt erst noch

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Von Anelise Borges
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Taliban stürzen Afghanistan in die Krise - und der Winter kommt erst noch
Copyright  Bram Janssen/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

In Afghanistan hat das Welternährungsprogramm mit der Verteilung von Bargeld an arme Familien begonnen, um einzudämmen, was die UN-Organisation "die schlimmste humanitäre Krise der Welt" nennt. Etwa 23 Millionen Menschen werden wohl nicht genug Lebensmittel haben, um über den afghanischen Winter zu kommen.

Die Preise steigen, die Taliban aber haben ein Dekret erlassen, wonach Preiserhöhungen ein Verbrechen sind. Außerdem hat sich der Gaspreis verdoppelt, und die meisten verdienen nichts mehr.

Früher haben wir 50 Kilo Mehl für 1.800 Afghanis gekauft, jetzt kostet es 2.450. Wenn die Preise weiter steigen und die Nachfrage sinkt, müssen wir vielleicht schließen, wir können es uns einfach nicht leisten.
Aashoqullah
Bäcker in Kabul

Nebenan erzählt Basir Mohammad eine ähnliche Geschichte. Und macht die neuen Machthaber für den wirtschaftlichen Zusammenbruch verantwortlich.

Das Geschäft läuft nicht mehr. Praktisch gleich Null. Weil die Taliban gekommen und zu viele Leute nach Amerika, Deutschland und andere Länder gegangen sind.
Basir Mohammad
Ladenbesitzer

Die Rückkehr der Taliban hat Afghanistan in eine noch nie dagewesene Wirtschaftskrise gestürzt. Rund 8 Mrd. EUR an ausländischen Hilfen fehlen, und die afghanischen Devisenreserven sind zumeist in den USA eingefroren. Der IWF schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt um 30 % schrumpfen könnte. Da die Taliban auch keine Löhne mehr zaheln können, sind schon jetzt viele auf Hilfe angewiesen.

Ich sammle Reste in Geschäften, um sie zu Hause zu kochen und mit meiner Familie zu teilen. Ich habe diesen freundlichen Ladenbesitzer auch um Brot und Geld gebeten.

Angesichts des nahenden Winters besteht wenig Hoffnung auf Besserung der Lage. Die Taliban scheinen keinen Plan zur Bewältigung der Krise zu haben, und trotz Zusagen sind die Hilfsprojekte der internationalen Gemeinschaft nur zu einem Drittel finanziert. Und die UNO erwartet Millionen hungernde, mitten im Winter.