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Japan unterstützt Entwicklungsländer auf dem Weg zur CO-Neutralität

Von Monica Pinna  & Sabine Sans
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Japan unterstützt Entwicklungsländer auf dem Weg zur CO-Neutralität
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Japans Fachwissen auf dem Gebiet der kohlenstoffarmen Technologien spielt eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Verringerung der Treibhausgas-Emissionen, insbesondere in Entwicklungsländern, wo solche Technologien oft unerschwinglich sind. In dieser Folge von Green Japan zeigen wir, wie Japans Technologien dazu beitragen, die CO2-Emissionen in Kenia zu senken.

Japans innovativer Weg zur Kohlenstoffneutralität

Der Inselstaat fördert CO2-arme Technologien in Entwicklungsländern, in denen die Senkung der Treibhausgas-Emissionen oft nur schwer zu bezahlen ist.

Euronews-Reporterin Monica Pinna hat das kenianische Unternehmen Krystalline Salt besucht: _"250.000 Tonnen Salz kommen jedes Jahr aus diesen Lagunen, gefördert von einem der wichtigsten ostafrikanischen Produzenten. Dank der Zusammenarbeit mit Japan haben sie es geschafft, ihren CO2-Fußabdruck um 25 Prozent zu reduzieren."
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Das Unternehmen betreibt eine der größten industriellen Solaranlagen in Kenia. Sie ist von Japan finanziert und liefert jährlich 1,6 GWh (Gigawattstunden) sauberen Strom. Auf diese Weise ist man unabhängig von der instabilen Versorgung durch das örtliche Stromnetz.

Geschäftführer Dinesh Shikotra sagt: "Unsere größte Sorge ist die Stabilität des Stromnetzes. Es gibt bis zu fünf Stromausfälle pro Tag. Das stört unsere Produktion. Das führt dazu, dass wir die Nachfrage nicht befriedigen können."

Die instabile Netz-Versorgung zwang das Unternehmen, in umweltschädliche und teure Generatoren zu investieren, bis 2016 die Solaranlage gebaut wurde.

"Unser Traum war es, Solarenergie zu nutzen", erzählt Dinesh Shikotra. "Es gibt eine Vereinbarung zwischen der kenianischen und der japanischen Regierung über ein gemeinsames Kreditverfahren. In enger Zusammenarbeit half man uns, einen Zuschuss zu erhalten, um diese Solaranlage hier zu errichten."

Der "Joint Crediting Mechanism" (JCM) umfasst eine bilaterale Zusammenarbeit zwischen Japan und 17 Entwicklungsländern. Dieser Kohlenstoffmarkt-Mechanismus steht im Einklang mit Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens. Damit kann Japan Technologien und Ressourcen teilen, um weltweit CO2-Neutralität zu fördern.

Anne Nyatichi Omambia, Chief Compliance Officer & Climate Change Coordinator der NEMA (National Environment Management Authority):

"Das funktioniert mittels der Unterstützung von Projekten zur kohlenstoffarmen Entwicklung, durch Technologietransfer und die Verbesserung der technischen Fähigkeiten. Das ist eine der Möglichkeiten, wie Akteure des Privatsektors und die Regierung eine kohlenstoffarme Entwicklung erreichen und gleichzeitig industrielles Wachstum unterstützen können."

Einsparungen und höhere Produktivität

Dank der Solaranlage konnte das Unternehmen seine Produktionskapazität erhöhen und Stromkosten zu sparen. Ein Teil der Einsparungen wird in soziale Maßnahmen investiert, z. B. in Stipendien für Studenten.

"Seit der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2016 haben wir rund 5.000 Tonnen Kohlenstoffemissionen eingespart", erklärt Dinesh Shikotra. "Wir konnten mehr Arbeitsplätze für die örtliche Gemeinschaft schaffen. Für uns bedeutet das wirklich ein positives Wachstum."

Saubere Energie für die Massai-Region

In der Massai-Region gibt es ein weiteres Projekt, bei dem Japans Fachwissen über saubere Energie das Leben der Menschen verändert hat.

David Nkurruna lebt in einem abgelegenen Dorf ohne Stromanschluss. Dank einer Solarlampe kann er nachts zu Hause lernen. Ermöglicht wurde das durch das Projekt "Light Up The Future" des japanischen Technologiekonzerns Panasonic.

"Als wir noch Feuerholz und Kerosinlampen benutzten, war das Lernen wegen des Rauchs sehr schwierig", erzählt der 19-jährige. _"Durch die neuen Lampen verbesserten sich meine Noten. Ich kann jetzt besser lernen."
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Foto: Monica Pinna
Schüler der Ilkimati-SchuleFoto: Monica Pinna

350 Schüler der Ilkimati-Schule erhielten je eine Solarlampe geschenkt. Ziel ist es, die Zahl der Schulabbrecher zu verringern und die schulischen Leistungen zu verbessern.

Foto: Monica Pinna
Schüler der Ilkimati-SchuleFoto: Monica Pinna

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"Jetzt kommen mehr Kinder zur Schule"_, so Lawrence Nzai, Projektmanager World Vision Kenia. "Eine der konkreten Auswirkungen dieses Projekts war die Verbesserung der Leistungen und die Verringerung der Fehlzeiten. Denn Kinder, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten, kamen nicht zum Unterricht, weil sie Angst vor einer Bestrafung hatten."

Im Rahmen des Projekts wurde die Schule mit Solarpaneelen ausgestattet und konnte so die Zahl der Unterrichtsstunden erhöhen. Purity Koikal, Lehrerin an der Ilkimati-Schule, sagt:

"Vorher hatten wir keinen Strom. Seitdem wir Strom in der Schule haben, kommen die Kinder abends zum Unterricht. Jeden Abend haben sie eine Unterrichtsstunde und gehen dann nach Hause."